Deepseek: Der KI-Schock war nötig – und er ist eine gute Nachricht
Donald Trump hat recht: Der Überraschungscoup des chinesischen KI-Start-ups Deepseek ist ein Weckruf. Aber nicht nur, wie der US-Präsident meint, für die amerikanischen Tech-Oligarchen, die von der Konkurrenz aus dem kommunistischen China kalt erwischt wurden.
Er ist auch ein Weckruf für alle Regierungen, die bei ihrer verzweifelten Jagd nach mehr Wirtschaftswachstum gewillt sind, den Wettbewerb einem dauerhaften Oligopol von Big Tech zu opfern. Der überstürzte Rauswurf des Kartellamtschefs in Großbritannien ist dafür ebenso ein Beispiel wie der drohende Kurswechsel in der amerikanischen Wettbewerbspolitik unter Trump.
Spätestens seitdem der österreichische Nationalökonom Joseph A. Schumpeter 1942 mit dem legendären Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ den wirtschaftlichen Fortschritt im Kapitalismus erklärte, galt ein funktionierender Wettbewerb als Voraussetzung dafür, dass sich neue Technologien immer wieder am Markt durchsetzen können. Die heutigen Tech-Größen wie Elon Musk, Jeff Bezos oder Mark Zuckerberg betrachten sich selbst als Musterexemplare von Schumpeters Pionierunternehmern. Das Problem von Musk und Co. ist, dass sie ihren Schumpeter nicht zu Ende gelesen haben.