EU-Kolumne: Die Forderung nach einer Waffenruhe in Gaza spaltet Europa
Bundesaußenministerin Baerbock spricht Israel ein Recht auf Selbstverteidigung zu.
Foto: dpaDer Schmerz, den Israel nach dem Angriff der Hamas verspürt, lässt sich von Europa aus kaum ermessen. Die Morde der Terroristen waren sadistische Exzesse, die Grausamkeit, der die Opfer, selbst Kinder, in den letzten Momenten ihres Lebens ausgesetzt waren, geht an die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft.
Doch wo Anteilnahme gefragt wäre, ergehen sich Teile der EU in mahnenden Appellen. Das Lager wird angeführt vom hohen Vertreter für Außen- und Sicherheitspolitik, dem Sozialisten Josep Borrell. Beim Treffen der EU-Außenminister in Luxemburg am Montag stellte sich Borrell hinter UN-Forderungen nach einer Waffenruhe im Gazastreifen. „Wie können wir nicht darüber diskutieren?“, fragte er.
Borrell weiß sein Heimatland Spanien hinter sich, auch Mitgliedstaaten wie Irland, Belgien und Luxemburg sympathisieren im Nahostkrieg traditionell eher mit den Palästinensern.
Keine Frage, Israels Gegenschläge rufen neues Leid hervor. Die Forderungen nach einem Gewaltverzicht, nach einem Ende des Blutvergießens mögen menschlich erscheinen. Aber sie werden der komplexen Lage derzeit kaum gerecht.