Kolumne „Out of the box“: Zuhören rettet Karrieren und spart Milliarden
Der Mensch hat fünf Sinne, macht aber zunehmend weniger Gebrauch davon, was zwangsweise dazu führt, dass seine Sinne degenerieren. Er kann schlechter sehen, hören, schmecken, riechen, fühlen. Die räumliche Orientierung hat er bereits an Google Maps outgesourct.
Es scheint, als habe das menschliche Gehör im Getöse des Informationszeitalters am meisten gelitten. Ausgerechnet. Das Hören – der erste menschliche Kontakt zur Welt. Hören lässt uns Töne, Stimmen und Stimmungen spüren, gibt Halt und Orientierung – schon Monate, bevor der Mensch das Licht der Welt erblickt.
Hören ist uns in die Wiege gelegt, das Zu- und Hinhören müssen wir lernen. Die Schwingungen entfalten ihre volle Bedeutung erst, wenn wir ihnen Aufmerksamkeit schenken. Das geht weit über die Physik hinaus und tief in unser Inneres. Hören verbindet den Menschen und die Welt im Herzen. Wenn man denn will.
Akute Hörschwäche ist so was wie die Staublunge des Informationszeitalters. Der Mensch wird auf Senden trainiert – nicht auf Empfangen. Junge Talente werden in Unternehmen durch Präsentieren, Powerpoint formatieren und Kommentieren zu Führungskräften geschmiedet. Schweigen und Ohren öffnen steht nicht auf dem Lehrplan.