Märkte-Insight: Schlechte Nachrichten sind gut für die Börse? Warum das bald nicht mehr gelten dürfte
Mit Beginn der Quartalssaison dürfte sich eine im Moment oft angewandte Logik überholen.
Foto: dpaDüsseldorf. Seit Monaten gilt am Aktienmarkt eine Botschaft wie in Stein gemeißelt: Schlechte Nachrichten sind gut für die Börse. Fallen die Konjunkturdaten schwächer aus als erwartet, steigen die Kurse. Gibt es mehr Arbeitslose und erhöhen die Unternehmen ihre Gehälter langsamer, steigen die Kurse ebenfalls. Umgekehrt fallen die Kurse, wenn die Zahl der Arbeitslosen sinkt.
Das ist zynisch, denn hinter den Zahlen stecken Schicksale von Menschen, die möglicherweise darum kämpfen, noch ihre Miete bezahlen zu können, ihre Wohnung zu heizen oder benötigte Lebensmittel einzukaufen. Aber die kalte Logik des Marktes lautet anders: Bei einer schwächeren Konjunkturentwicklung und höheren Arbeitslosenzahlen heben die Notenbanken ihre Zinsen weniger stark an oder senken sie sogar – und davon profitieren die Aktien.
Dieselbe Argumentationskette greift übrigens auch bei Entlassungswellen. So stieg die Aktie der Google-Mutter Alphabet am Freitag um mehr als fünf Prozent, nachdem der Konzern 12.000 Beschäftigten kündigte. Schließlich werden dadurch Kosten gespart. Die Losung „schlecht ist gut“, gilt aber nicht universell.