Kolumne: Warum die Fed vor einer unmöglichen Mission steht
Die New Yorker Handelsblatt-Korrespondentin analysiert die Entwicklungen in China und die möglichen Auswirkungen auf die internationalen Aktienmärkte.
Foto: HandelsblattNew York. Der harte Zinserhöhungskurs der großen Notenbanken bestimmt seit Monaten die Bewegung an den Märkten. In dieser Woche wird aller Voraussicht nach die Europäische Zentralbank (EZB) noch einmal kräftig an der Zinsschraube drehen, während für die US-Notenbank Fed die sogenannte Quiet Period begonnen hat: Die führenden Geldpolitiker halten sich mit öffentlichen Auftritten zurück, um vor der Zinsentscheidung am 2. November nicht aus Versehen Signale an die Märkte zu senden. Das könnte dieses Mal besonders wichtig sein.
Eine Zinserhöhung um 0,75 Prozentpunkte gilt als ausgemachte Sache. Doch die US-Notenbanker werden auf ihrer Tagung auch darüber diskutieren, wie sie die aggressivste Geldpolitik seit 40 Jahren wieder beenden können.
Das Problem: Die Fed-Vertreter fürchten, dass auch nur das kleinste Anzeichen einer Kehrtwende bei der Zinspolitik eine neue Rally an den Aktienmärkten auslösen könnte. Das wiederum führt häufig zu Kettenreaktionen: Die Renditen auf US-Staatsanleihen sinken, in der Folge fallen die Zinsen für Immobilienkredite, die sich an den Staatspapieren mit zehnjähriger Laufzeit orientieren.