Märkte Insight: Die Lehren aus dem Kryptowinter

Der nächste Kryptowinter könnte voll aufs Finanzsystem durchschlagen.
Foto: ImagoDie Bankenkrise ist an den Märkten wieder in den Hintergrund getreten. Der deutsche Aktienindex Dax überwand am Feiertag direkt zu Handelsstart die 16.000-Punkte-Marke und schloss 1,3 Prozent im Plus bei 16.163 Punkten.
Überwunden ist die Krise wahrscheinlich noch nicht. Eine hohe private Verschuldung in den USA, aber auch in einigen europäischen Ländern bietet vor dem Hintergrund der stark gestiegenen Zinsen weiterhin Anlass zur Sorge. Gleichzeitig geht die Diskussion über die Ursachen der Krise weiter.
So hat der Ökonom Martin Hellwig die These aufgestellt, entgegen einer vielfach geäußerten Auffassung handele es sich in erster Linie nicht um eine Liquiditätskrise, sondern um eine Solvenzkrise. Bei den US-Banken, von denen die Krise ausging, seien durch den Zinsanstieg hohe Vermögensverluste eingetreten, die allein wegen der geltenden Bilanzierungsregeln nicht verbucht wurden. Diese verschleierte, aber dennoch abschätzbare Verschlechterung der Bilanz habe erst den Abzug der Einlagen und damit der Liquidität beschleunigt, argumentiert er.
Interessant ist in dem Zusammenhang auch eine neue Studie von Gary Gorton und Jeffrey Zhang über Bankruns im sogenannten Kryptowinter im Jahr 2022. Die beiden Ökonomen beschreiben und analysieren genau das Geschehen, bei dem mit dem Zusammenbruch einiger Krypto-Plattformen für die Anleger zum Teil empfindliche Verluste entstanden sind.