Märkte Insight: Drei Zeichen der Übertreibung – und was sie für die US-Börsen bedeuten

Die aktuelle Situation an der Börse ist mit der im Jahr 2021 vergleichbar, erkennt Kolumnist Andreas Neuhaus.
Foto: Nikola Motor CompanyDer Blick auf den US-Aktienmarkt gleicht aktuell einer Zeitreise. Die rasante Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz hat Kurssprünge und Euphorie ausgelöst, die ans Frühjahr 2021 erinnern. Damals befanden sich Anlegerinnen und Anleger in einer Art Kaufrausch. Tech-Aktien waren gefragt und zogen den gesamten Markt nach oben.
Aktuell ist die Situation ähnlich – was sich einerseits als Warnsignal deuten lässt, aber nicht unbedingt ein nahes Ende der Kursrally bedeutet.
Besonders frappierend sind die Vergleiche zwischen der aktuellen Situation und dem Jahr 2021 in drei Punkten.
Erstens: Der ARKK-Fonds der US-Investorin Cathie Wood ist wieder gefragt. Seit Anfang Mai stieg er um fast 25 Prozent an Wert. Einen ähnlich steilen Aufwärtstrend zeigte er in den ersten sechs Wochen des Jahres 2021.
Besonders ist das, weil Wood mit ihrem Flaggschifffonds ausschließlich auf Unternehmen setzt, die an disruptiven Technologien wie KI, Robotik oder Gensquenzierung forschen. Die Mehrzahl der Unternehmen in ihrem Fonds arbeitet noch defizitär.
Diese Aktien waren die Stars im Jahr 2021, wurden 2022 aber abgestraft, weil ihre in der Zukunft liegenden Gewinne mit den nun höheren Zinsen diskontiert wurden. Dadurch sank die Bewertung der Unternehmen rasant und die Kurse stürzten ab. Nun sind sie wieder gefragt – obwohl die Zinsen in den USA wohl noch weiter steigen werden.