Asia Techonomics: Technik, die Chinesen begeistert
Spricht man mit deutschen Unternehmern oder westlichen Managern nach einem Aufenthalt in China, fällt oft der Begriff Technologieoffenheit. In Deutschland wird über neue Technologien meist erst mal gestritten. In China werden sie einfach genutzt. Zumindest wirkt es oft so.
Während der deutsche Digitalminister Karsten Wildberger auf der Handelsblatt-Konferenz TECH in Heilbronn die digitale Geldbörse verspricht, zahlt in Shanghai schon lange niemand mehr bar. Arzttermine, Hotelbuchungen, Stromrechnungen begleichen – alles per App. Wer in China Bargeld bei sich hat, ist vermutlich jenseits der 90 oder gerade erst gelandet. Selbst die Ältesten nutzen die Bezahl-Apps Wechat oder Alipay.
Technologische Neuerungen setzen sich in China erstaunlich schnell im Alltag durch. Die Innovationszyklen sind extrem kurz, die Loyalität zu Marken ist schwach. Neues kommt – und wird genutzt. Ob Smartphones, Tablets, KI oder Chatbots: Was nützlich ist, wird integriert. Wechat ist dabei nicht nur Messenger, sondern Super-App, Betriebssystem und Alltagsbegleiter in einem.
Von der Kantinenkarte bis zur Urlaubsbuchung läuft alles über Wechat. Doch was auf den ersten Blick wie pure Begeisterung für Technik wirkt, hat auch andere Seiten.