Autoindustrie: Die Transformation in der Autoindustrie frisst ihre Kinder

Die deutschen Automobilzulieferer bauen nicht nur Zehntausende Stellen ab, um die Kosten zu senken, ihnen fehlt auch aus anderen Gründen zunehmend das Geld für Investitionen. Die Branche steht vor einem Umbruch.
Die Not ist so groß, dass die Kontrahenten im Tarifkonflikt jetzt erstmals gemeinsam vorgehen. In einem Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz baten die Chefs der fünf größten Autozulieferer gemeinsam mit ihren Betriebsratschefs und IG-Metall-Chefin Christiane Benner um Hilfe.
Um die Gründe für die prekäre Lage der Branche zu verstehen, muss man zehn Jahre zurückblicken. Zu lange hatten sich die deutschen Autobauer der Elektromobilität verschlossen. Die bittere Konsequenz: Deutschland hat keine eigene Zellfertigung für die Antriebsbatterie, den teuersten Teil des Elektroautos.
Die Strategen von Bosch, ZF, Conti, Schaeffler und Mahle wollten nicht verzagen und suchten mutig ihr Heil in der Offensive, in der Eroberung neuer Felder jenseits der Batteriezellfertigung. Denn es war klar, dass in Zukunft ein erhebliches Gefährdungspotenzial für Arbeitsplätze bestand, weil ein E-Antrieb einfacher ist, weniger Teile benötigt und damit auch viel weniger Arbeitskräfte bei den Zulieferern.