Donald Trump: Der Präsident der Dekonstruktion – eine Schadensbilanz
Gut drei Monate hat Donald Trump gebraucht, um die Koordinaten unseres überlieferten Weltverständnisses auszuhebeln. Es fällt unglaublich schwer einzuordnen, was dort vor sich geht. Es gibt keinen Präzedenzfall. Überhaupt einen passenden Begriff dafür zu finden, stellt eine Überforderung dar.
Der Begriff „Disruption“ jedenfalls erfährt eine völlige Umdeutung durch den US-Präsidenten. Eigentlich haftete dem Trend-Wort der vergangenen Jahre immer eine positive Konnotation an: Er stand für den Mut, Neues zu denken und vor allem auch zu realisieren oder zumindest zu testen. Er spiegelte die Bereitschaft wider, Risiken einzugehen, möglicherweise sogar zu scheitern. Kreativität und Schaffensdrang kombiniert mit einer ausgeprägten Experimentierfreude – das war der Geist der „Disruption“.
Seit Trump im Weißen Haus herrscht, heißt Disruption vor allem eines: Zerstörung. Die Destruktion des Vorhandenen, ohne an seine Stelle Neues zu setzen. Hinter Trumps Politik steckt keine Vision, kein Gedankengebäude – mal abgesehen von der Plattitüde „Make America great again“ (Maga). Sein Prinzip heißt Macht – Machterweiterung um jeden Preis.