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Kommentar Bei Lufthansa wurde viel Potenzial verzockt

Dass die Regierung ein Rettungspaket für die Airline geschnürt hat, ist gut. Dass es so lange dauerte, kann allerdings noch bittere Folgen haben.
21.05.2020 - 09:01 Uhr 5 Kommentare
Kommentar: Bei Lufthansa wurde viel Potential verzockt Quelle: dpa
Lufthansa-Jets am Flughafen Frankfurt

Das Coronavirus hat den Betrieb der Airline weitgehend stillgelegt. Nun soll das Unternehmen Staatshilfe bekommen.

(Foto: dpa)

Wer hätte das zu Jahresbeginn gedacht. Lufthansa, immerhin nach Umsatz die größte Airline-Gruppe in Europa, muss mit staatlicher Hilfe vor der Insolvenz bewahrt werden. Das Coronavirus hat in wenigen Wochen eines der führenden Luftfahrtunternehmen der Welt dicht an den Abgrund gedrängt.

Insofern ist es gut, dass sich nun eine Lösung abzeichnet. Weniger gut ist hingegen, dass die politische Meinungsbildung so lange dauerte. Es wurde nicht nur wertvolle Zeit verschenkt, auch jede Menge Vertrauen wurde verspielt – bei Mitarbeitern, Kunden und Investoren.

Schon die direkten Folgen der Pandemie sind verheerend. Es ist nicht nur der Flugbetrieb, der weitgehend ruht und sicher Jahre benötigen wird, um sich richtig zu erholen. Die gesamte Strategie der „Hansa“ ist auf den Kopf gestellt worden.

Die Airline mit dem Kranich im Logo sollte einer der wichtigen Konsolidierer in Europa sein. So wollte es CEO Carsten Spohr. Weitere Zukäufe waren geplant, auch um mit den Rivalen aus Nordamerika und auch China mithalten zu können. Das ist nun Makulatur. Statt Geld in Zukäufe und Beteiligungen zu investieren, muss das Management das, was künftig erwirtschaftet wird, vor allem zur Tilgung der Verbindlichkeiten nutzen.

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    Noch nachhaltiger könnte sich aber das wochenlange Geschacher um das Rettungspaket auswirken. Je länger es dauerte, desto stärker kehrten die Investoren dem Unternehmen den Rücken zu. Dass die Aktie am Mittwochabend in die Höhe schoss, als erste Informationen über die Einigung in der Regierung durchsickerten, ist allein der ersten Erleichterung geschuldet.

    Daraus auf neues Vertrauen der Akteure am Kapitalmarkt zu schließen wäre falsch. Lufthansa war in den letzten Tagen vor allem für zwei Investorengruppen interessant: Hedgefonds und jene, die auf fallende Kurse setzen.

    Das ist bitter, war das Team um CEO Spohr doch im vergangenen Jahr angetreten, Lufthansa für internationale Investoren attraktiver zu machen. Auch das braucht die „Hansa“, um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können. Denn ohne Zugang zum weltweiten Kapitalmarkt wird es kaum gelingen, Anschluss an die Weltspitze in der Luftfahrt zu halten.

    Erbärmliches Pokerspiel

    Nun, nach wochenlangem Hin und Her und einem Pokerspiel aller Beteiligten, das nur noch das Attribut erbärmlich verdient, ist das in weite Ferne gerückt. Wie beim Flugbetrieb dürfte es Jahre dauern, bis man in Sachen Attraktivität für Investoren wieder auf dem Status der Vorkrise sein wird.

    Die Suche nach den Schuldigen ist müßig. Vielleicht hat die Vorstellung, bei einem so bekannten Namen wie Lufthansa mitreden zu können, bei dem einen oder anderen im politischen Berlin Begehrlichkeiten geweckt. Fliegen – das ist eben immer noch eine sehr emotionale Angelegenheit. Vielleicht haben aber auch die Verantwortlichen bei Lufthansa die schwierige Meinungsbildung in der Großen Koalition unterschätzt und sind zu fordernd aufgetreten.

    Lufthansa werde nach der Krise eine andere sein, hat Konzernchef Spohr mehrfach betont. Gemeint war damit, dass die Airline-Gruppe nicht mehr so groß wie bisher sein wird. Nun ist zu befürchten, dass das Unternehmen nicht nur kleiner, sondern vorerst auch schwächer sein wird.

    Mehr: Regierung einigt sich auf Rettungspaket für Lufthansa.

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    5 Kommentare zu "Kommentar: Bei Lufthansa wurde viel Potenzial verzockt"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Welches Potential denn???

      LH ist extrem teuer im internationalen Vergleich eine der teuersten Airlines und der Profit ist nicht gerade extrem gut daher hat die LH einfach viel zu viele Kosten und ist in einer Billigwelt auf Dauer kaum überlebensfähig. Der Staat will bis zu 9 Mrd investieren was aktuell mehr als der aktuellen Marktkapitalisierung ist. Eigentlich könnte er sie damit zu 100% übernehmen und ihnen noch 5 Mrd cash geben. Beteiligung des Staates nur 25% kann ich nicht nachvollziehen.
      Laut LH benötigen sie am Tag 24 mio heißt eigentlich bei 9 Mrd könnte sie 375 Tage weiter so überleben. Stand heute hatten wir gerade mal 2 Monate Corona. Wenn jemand von unserem Staat rechnen könnte wäre es ihm einfach zu verstehen dass das Kapital nicht wegen Corona benötigt wird. Sondern um eine unwirtschaftliche Airline noch ein paar Jahre weiter unwirtschaftlich durchzuschleifen.
      Gleiches gilt ja für die EU Finanzspritzen die auch Billionen aus dem Hut zaubern. Jetzt sind es sogar "Aufbauhilfen" man fragt sich was aufzubauen ist, alles steht doch. Es geht eigentlich in der öffentlichen Auffassung nur um eine Finanzspritze bezüglich Corona. Oder wollen die Länder mit dem Geld ihre defizitären Firmen noch ein paar Jahre mehr am Leben halten und nutzen Corona? Sogar Merkel hat laut Aussagen gefragt wozu man 1,5 Bil. benötigt sie kann das nicht nachvollziehen. Und man überlege sich noch zusätzlich wieviel Geld das gut florierende Deutschland in den "Boomjahren" 2008-2020 von seinen Schulden zurückgezahlt hat, das waren evtl. 50 Mrd pro Jahr. Es muss jedem klar sein dass die Bilionen weg sind und der Euro inflationiert bis er nichts mehr Wert ist weil kein Staat mehr einen cent zurückzahlen kann. Wachstum mit Schulden läuft aber Rückzahlung mit dem resultierenden Aufschwung ist eine Illusion.

      LH wird mit oder ohne Hilfe mehr und mehr vom Markt verschwinden. Im privaten kann nur Gold und Silber helfen.

    • EIN TRAUERSPIEL:
      Das in England notierte Unternehmen TUI rettet man unkompliziert mit Milliarden ohne zu Fragen.
      Die Lufthansa wird wie eine Zitrone ausgepresst mit HOHEN ZINSEN, HOHEN LUFTVERKEHRSTEUERN, HOHEN GEHÄLTERN - DAMIT AUCH HOHER EINKOMMENSSTEUER und jetzt auch noch EINEN HOHEN UNTERNEHMENSANTEIL ZU EINEM SPOTTPREIS.
      Was das für die Investoren bedeutet - nach HRE und Commerzbank und jetzt Lufthansa: DIE INVESTOREN WERDEN DEN DEUTSCHEN MARKT MEIDEN. Die deutschen Aktien dienen nur den Zockern aus aller Welt für schnellen Profit.
      Seit 40 Jahren habe ich vor allem in den deutschen Markt investiert. ICH WERDE MICH ZURÜCKZIEHEN - mögen doch die internationalen Hedgefonds die deutschen Arbeitsplätze und die Zukunft Deutschlands und Olaf Scholzs sichern!
      Die gebrannten Kinder (Investoren) werden nicht mehr zurückkommen und Deutschland darf sich mit den geliebten "Heuschrecken" und Zockern herumschlagen - viel Freude damit, Olaf Scholz.

    • Seit vielleicht 20 Jahren fliege ich kaum noch, und wenn, dann sicher nicht Lufthansa.
      Früher war Lufthansa mit einigen anderen wie Singapur Airways wirklich eine "erste Klasse"-Airline, mit gutem Service und gutem Personal, in der Luft wie auf dem Boden. Heute ist sie genauso miserabel wie viele andere.
      So wird etwa die teure Business Class von der billigeren Holzklasse nur durch ein paar Vorhänge getrennt. (...) Sitzen tut man vorne so schlecht wie hinten.
      Wie man es besser macht, sollte sich die Lufthansa bei der Bundesbahn absehen. Und wenn sie das nicht will oder kann, sollte sie ruhig pleite gehen - schade um sie ist es nicht.

      (...) Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Der Kommentar hat nur Würze in der Überschrift...

    • Ein wirklich belangloser Kommentar.

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