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Kommentar China schadet sich mit seiner aggressiven Außenpolitik selbst

Die chinesische Führung vergrätzt mit ihrem zunehmend konfrontativen Vorgehen internationale Partner. Seit der Causa Huawei müsste Peking es besser wissen.
13.05.2020 - 04:03 Uhr 1 Kommentar
Der chinesische Staats- und Parteichef verfolgt eine zunehmend aggressive Außenpolitik. Quelle: AFP/Getty Images
Xi Jinping

Der chinesische Staats- und Parteichef verfolgt eine zunehmend aggressive Außenpolitik.

(Foto: AFP/Getty Images)

„Wolf Warrior“ („Wolfskrieger“) werden Chinas Diplomaten häufig genannt. Dies geschieht in Bezug auf zwei Actionfilme, die in China in den Jahren 2015 und 2017 populär waren. Darin kämpft der chinesische Protagonist heldenhaft für sein Land und gegen ausländische Mächte. Die Filme strotzen nur so vor Patriotismus.

Chinas leitende Diplomaten im Ausland sind das außenpolitische Pendant Pekings zum martialischen Nahkämpfer auf der Leinwand. Mit zunehmender Aggressivität gehen sie gegenüber anderen Nationen in die Offensive.

Seit dem Amtsantritt von Staats- und Parteichef Xi Jinping 2012/2013 hat China eine Wende in der Außenpolitik vollzogen. In den vergangenen Jahren ist die Volksrepublik in ihrem Auftreten selbstbewusster geworden. Doch noch nie in der jüngeren Geschichte war die chinesische Außenpolitik von einer solchen Aggressivität geprägt wie derzeit in der Coronakrise.

Beispiele dafür gibt es viele. Das jüngste ist Australien: Nachdem das Land eine unabhängige Untersuchung zum Ursprung des Coronavirus gefordert hatte, stoppte China am Dienstag Fleischimporte aus Down Under. Zuvor hatte der chinesische Botschafter in Australien unverhohlen mit einem Boykott von australischen Produkten gedroht. China ist Australiens wichtigster Handelspartner.

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    Chinas Botschafter in Frankreich ließ im April mitten in der Coronakrise auf der Webseite der Auslandsvertretung einen Text veröffentlichen, in dem ein nicht namentlich genannter Diplomat behauptet, dass in Frankreich Senioren in Altenheimen ohne Versorgung zurückgelassen werden. Im März verbreitete ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums die unbelegte Behauptung, dass das Coronavirus durch US-Soldaten nach China eingeschleppt wurde. Die Liste ließe sich noch fortschreiben.

    Selbst Deutschland, der wichtigste Handelspartner Chinas in Europa, wurde von der Volksrepublik heftig vor den Kopf gestoßen. Dabei gilt Bundeskanzlerin Angela Merkel als beliebt bei der chinesischen Führung. Doch das hielt den chinesischen Botschafter in Berlin nicht davon ab, in der Diskussion um die Zulassung des chinesischen Netzwerkausrüsters Huawei beim Aufbau des 5G-Netzes der Bundesregierung öffentlich damit zu drohen, deutsche Autoverkäufe in China zu boykottieren, sollte Huawei in Deutschland nicht beim 5G-Aufbau zugelassen werden.

    Ausblick auf die zukünftigen Beziehungen

    Die chinesische Regierung schürt mit den Attacken ihrer „Wolf Warrior“, die von den chinesischen Staatsmedien gelobt werden, den Nationalismus ihrer Bürger und lenkt von Problemen im Inland ab. Die Beispiele zeigen, dass diese Ausfälle chinesischer Diplomaten im Ausland, die nun auch jene Länder treffen, mit denen China bislang eigentlich immer bemüht war, gute Beziehungen zu pflegen, mehr als Ausrutscher sind.

    Dass die Abgesandten des chinesischen Außenministeriums von Peking nicht von ihrem aggressiven Verhalten abgehalten werden, deutet darauf hin, dass das Verhalten von ganz oben zumindest gebilligt wird. Das könnte einen Ausblick darauf geben, wie konfliktgeladen die künftigen Beziehungen zwischen China und Europa werden könnten.

    Dabei sollte Peking doch spätestens seit der Causa Huawei wissen, dass ein zu konfrontatives Vorgehen seinen eigenen Interessen schadet. Im Laufe der Debatte um die Zulassung für den 5G-Ausbau wurde die Stimmung immer kritischer – die Interventionen und Drohungen aus Peking haben sicher nicht dazu beigetragen, dass dem Konzern mehr Vertrauen geschenkt wurde.

    Das Verhältnis zwischen Europa und China hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. China ist selbstbewusster geworden, Europa hat sich von der naiven Idee verabschiedet, dass China eines Tages zur Demokratie und einer freien Marktwirtschaft wird.

    Doch China muss eines verstehen: Wenn sich die Stimmung in Bevölkerung und Politik gegenüber dem Land noch weiter verschlechtert, wenn durch rüde Drohungen und Unterstellungen Vertrauen zerstört wird, werden Zugeständnisse an Peking schwieriger. In den USA ist die Einstellung der Bürger gegenüber der Volksrepublik bereits auf einem Tiefststand. In Europa wächst die Skepsis.

    Noch halten sich viele Nationen wie etwa Deutschland mit Kritik an China zurück, nicht zuletzt, weil sie auf die Lieferung von Schutzmasken aus der Volksrepublik angewiesen sind. Doch Chinas repressive Innen- und zunehmend aggressive Außenpolitik werden dem Bild von China im Ausland nachhaltig schaden.

    Chinas Wirtschaft hat noch längst nicht das Maß an Innovationskraft und Know-how, das ein Land dieser Größe benötigt, um seinen Wohlstand weiter zu steigern. Die chinesische Regierung muss aufpassen, dass sie nicht genau jene Brücken verbrennt, die die aufstrebende Nation für ihren weiteren Aufstieg noch braucht.

    Mehr: EU greift Chinas Staatswirtschaft an.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: China schadet sich mit seiner aggressiven Außenpolitik selbst"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Artikel ist alles heiße Luft.
      China ist inzwischen ein Markt um den niemand mehr herum kommt.
      Slbst die deutsche Industrie bettelt, dass ihre Manager wieder einreisen dürfen.
      Und Australien wird wohl demnächst zu spüren bekommen was es heist sich zum Vasallen von Trump zu machen, das kann heftig werden.
      Trump hat den Protektionismus vorgemacht, andere folgen nun nach.

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