Kommentar: Das Flugtaxi ist vielleicht doch mehr als eine verrückte Idee

Am Anfang stand eine verrückte Idee. Mit einem fliegenden Auto über Staus hinwegdüsen – das faszinierte, wirkte aber irgendwie auch weit weg. Dann sorgten zwei Entwicklungen bei den Flugtaxen für einen enormen Schub: das wachsende Bewusstsein für die bedrohte Umwelt und Investoren, die Milliarden in die jungen Luftfahrtpioniere pumpten.
Das ist vorbei. Weltweit kämpfen die Flugtaxi-Firmen um das Vertrauen der Investoren und deren Geld. Und sie ächzen unter der komplexen und langwierigen Zulassung ihrer Fluggeräte. Plötzlich ist die anfängliche Skepsis zurück. Eine Idee, die keiner braucht oder die sowieso nur etwas für die Reichen auf dieser Welt ist – Ansichten wie diese sind seit Monaten immer wieder zu hören.
Die Euphorie auf der einen und die Skepsis auf der anderen – beides ist in der Radikalität falsch. Es ist illusorisch, dass wir bald alle unbegrenzten Zugang zu einem Senkrechtstarter haben werden. Das scheitert schon an der fehlenden Infrastruktur. Die Fluggeräte deshalb als komplett überflüssig zu bezeichnen stimmt auch nicht. Es gibt relevante Einsatzgebiete für die neuen Fluggeräte – etwa als Zu- und Verteildienst an den Drehkreuzen der großen Airlines.
Die Idee hat Charme. Die Menschen wollen möglichst schnell zu ihrem Langstreckenflug.„ Wir erleben derzeit in Deutschland, was es bedeutet, wenn bestimmte Regionen vom Luft- und teilweise auch noch Bahnverkehr abgeschnitten werden.“ Nicht nur die Privatreisenden leiden, auch die Geschäftsreisenden wissen oft nicht mehr, wie sie zügig zum nächsten großen Flughafen kommen können.
Die Senkrechtstarter könnten diese Probleme lösen, aber wohl nicht so schnell, wie mancher hofft. Zulassung, Serienfertigung und der Bau von Start- und Landeplätzen – all das wir noch viel Zeit und noch mehr Geld kosten.