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Kommentar Der Bezahldienst Paydirekt ist gescheitert – und auch das Ziel für das neue Giropay ist zu ambitioniert

Auch mit der Zusammenlegung von Giropay und Paydirekt werden die deutschen Banken Paypal kein Paroli bieten. Sie sollten den Blick eher nach Europa richten.
11.05.2021 - 17:38 Uhr Kommentieren
Die deutschen Geldhäuser verzahnen ihre beiden Onlinebezahldienste Paydirekt und Giropay. Paydirekt wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht. Quelle: picture alliance / ZB
Paydirekt

Die deutschen Geldhäuser verzahnen ihre beiden Onlinebezahldienste Paydirekt und Giropay. Paydirekt wurde den hohen Erwartungen nicht gerecht.

(Foto: picture alliance / ZB)

Seit mehr als zwei Jahren bastelt die deutsche Finanzbranche daran herum, ihre verschiedenen Bezahlangebote zusammenzulegen. Die bisherigen Ergebnisse sind mau. Und es sieht nach wie vor nicht danach aus, als würden die deutschen Banken und Sparkassen dem US-Onlinebezahldienst Paypal auch nur ansatzweise Konkurrenz machen können.

Ab diesem Mittwoch werden die beiden Onlinebezahlverfahren der Kreditwirtschaft – Paydirekt und Giropay – verzahnt. Kunden können nun bei Händlern, die Paydirekt akzeptieren, das Giropay-Bezahlverfahren auswählen – und so statt mit Nutzernamen und Passwort fortan mittels PIN und TAN des Onlinebankings zahlen. Der Schritt ist ein Eingeständnis, dass Paydirekt, gestartet vor fünf Jahren, ein Misserfolg ist.

Das zeigt auch der neue Name: Das Handy-zu-Handy-Zahlverfahren Kwitt sowie Giropay und Paydirekt sollen unter der Marke „Giropay“ zusammengefasst werden.

Doch auch dieser Schritt wird nicht dazu führen, dass Verbraucher das neue Giropay viel häufiger nutzen. Die deutschen Geldhäuser sind abgehängt, Paydirekt und Giropay viel zu unbekannt – sie bieten auch nach der Verzahnung keineswegs mehr Komfort als andere Bezahloptionen.

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    Das wird besonders deutlich seit Ausbruch der Coronakrise, in deren Folge das Onlineshopping boomt. Der große Wettbewerber Paypal hat die Zahl der Kunden in Deutschland 2020 um 14 Prozent auf gut 29 Millionen gesteigert. Fast 27 Millionen davon sind Verbraucher, der Rest Händler.

    Paypals Marktanteil, gemessen am Umsatz im E-Commerce, kletterte dem Handelsforschungsinstitut EHI zufolge auf 25 Prozent. 30 Prozent aller Käufe werden per Rechnung gezahlt, 18 Prozent per Lastschrift – daran aber verdienen die Geldhäuser nichts. Kreditkarten sind mit einem Marktanteil von knapp zwölf Prozent beim Onlineshopping auch nicht wegzudenken. Paydirekt und Giropay spielen in der EHI-Marktübersicht keine Rolle.

    Hinzu kommt: Mit den Bezahllösungen Apple Pay und Google Pay sowie Klarna gibt es weitere Konkurrenz, die künftig noch zulegen dürfte.

    Banken setzen sich zu hohe Ziele

    Dennoch streben die deutschen Banken mit ihren Onlinebezahldiensten kurzfristig einen Marktanteil im hohen einstelligen Bereich an. Selbst das ist angesichts des starken Wettbewerbs wahrscheinlich einmal mehr zu hoch gegriffen. Sieben Millionen Nutzer wollte Paydirekt schon 2017 gewinnen, derzeit sind es gut vier Millionen.

    Sicher ist es auch löblich, dass die deutschen Banken und Sparkassen so schnell nicht aufgeben. Eigentlich aber sollten sie längst den Blick nach Europa richten. In der European Payment Initiative (EPI) wollen Banken und Zahlungsfirmen ein neues gemeinsames Bezahlverfahren starten – ebenfalls mit dem Ziel, den etablierten Playern Paroli zu bieten. Das wird aber nur funktionieren, wenn die Geldhäuser wirklich etwas Neues bieten und Fehler wie beim Aufbau von Paydirekt vermeiden.

    Mehr: Wie eine kleine Gruppe von Tech-Pionieren die Regeln der Finanzwelt neu schreibt.

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