Kommentar: Der Bitcoin ist wie Lottospielen – und allenfalls etwas für Profis
Derzeit arbeiten sich nicht nur Journalisten, sondern auch Scharen mehr oder weniger berufener Experten an der Deutung des wohl rasantesten Kursaufschwungs ab, den der Bitcoin je hatte. Seit Jahresbeginn stieg der Kurs von etwas über 40.000 auf zwischenzeitlich knapp 68.000 Euro.
Die Fronten sind bei der Deutung recht klar: Es gibt das Lager derer, die Bitcoin für eine ausgefuchste Rechenspielerei oder gleich für ein inzwischen 1,2-Billionen-Euro-schweres riesiges Schneeballsystem halten. Auf der anderen Seite steht die Gruppe zumeist Technologiebegeisterter, die mit zum Teil heiligem Ernst die bekannteste unter den Kryptowährungen zur Speerspitze einer Revolution auf dem Finanzmarkt stilisieren.
Es wird sachlich argumentiert und auch verbal hochgerüstet: Warren Buffett, einer der bekanntesten und erfolgreichsten Investoren weltweit, nennt Bitcoin zwar „Rattengift im Quadrat“, argumentiert dann aber sehr schlüssig: Die Kryptodevise sei mit den Instrumenten, die er und viele andere Investoren nutzen, nicht fassbar. Es gebe keine Zahlen, anhand derer Aussagen zu treffen wären, wie sich der künftige Kurs entwickeln kann. Während etwa die Politik der Notenbanken ein Fingerzeig sein kann, um den Kurs von Aktien und Anleihen zu prognostizieren, gibt es beim Bitcoin kaum Indikatoren. Wer den Kurs tatsächlich beeinflusst, darüber können auch Kenner der Szene nur mutmaßen.