Kommentar: Der Führungswechsel bei der UBS ist ein Beweis für den Paradigmenwechsel in der Bankbranche
Der Niederländer soll den Schweizer Bankriesen fit für die digitale Zukunft machen.
Foto: ReutersHamers hat sich vor allem als Digitalisierungsguru einen Namen gemacht. Ein Banker, der ING eher wie einen Technologiekonzern führt, der sich das Organisationsmodell von agilen jungen Internetfirmen wie Spotify abgeschaut hat, und der die Zukunft der Geldbranche in der Plattformökonomie sieht. Jetzt soll Hamers also die Führung von UBS übernehmen, einem noch immer eher konservativen Bankriesen, bei dem die wichtigste Erlösquelle nicht die Privatkunden oder die Firmenkunden und auch nicht die Investmentbanker sind, sondern die Vermögensverwaltung.
Falls es ein Geschäft gibt, bei dem der persönliche Kontakt wichtiger ist als die Digitalisierung der Prozesse, dann die Betreuung der Reichen und Superreichen dieser Welt. Trotzdem hat sich die UBS für den umtriebigen Niederländer Hamers entschieden, als es darum ging, einen Nachfolger für den bisherigen Vorstandschef Sergio Ermotti zu finden – zu Recht.
Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Finanzbranche in einem unumkehrbaren Strukturwandel steckt, dann hätte ihn die Züricher Spitzenpersonalie erbracht. Egal wie die Geschäftsmodelle im Detail aussehen, nur wer es schafft, diese Modelle zügig zu digitalisieren, wird auf Dauer als klassische Bank in der schönen neuen Finanzwelt eine Chance haben.
Ralph Hamers hat das früher erkannt als viele seiner Kollegen. Vor allem dank ihm gilt die ING heute als einer der Technologieführer im europäischen Bankgeschäft. Deshalb hat der Verwaltungsrat der UBS unter Führung von Ex-Bundesbankpräsident Axel Weber eine vernünftige Nachfolgeentscheidung getroffen.