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Kommentar Der große Tag des Elon Musk

Mit dem letzten Quartal hat Tesla sein Jahresziel erreicht – und die Erwartungen übertroffen. Musk ist mit seinen E-Autos im Massengeschäft angekommen.
04.01.2020 - 03:42 Uhr Kommentieren
Musk hat gezeigt: Tesla ist hier, um zu bleiben. Quelle: dpa
Elon Musk

Musk hat gezeigt: Tesla ist hier, um zu bleiben.

(Foto: dpa)

Es war ein ganz bitterer Freitag für die Zweifler an Elon Musk und dessen Elektrokonzern Tesla. Seit Ende 2018 haben sogenannte „Shortseller“, die auf fallende Aktienkurse setzen, an der Wall Street über drei Milliarden Dollar mit ihren Wetten gegen Tesla verloren. Allein bis zu 500 Millionen Dollar davon lösten sich laut den Finanzanalysten von S3 Partners in Schall und Rauch auf. Obwohl die US-Börsen angesichts der Zuspitzung des Irankonflikts auf Talfahrt gingen, markierte die Tesla-Aktie ein neues Rekordhoch.

Hintergrund war die Mitteilung, im vierten Quartal 2019 seien rund 112.000 Tesla-Fahrzeuge ausgeliefert worden, 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Das reichte, um sogar das Mindestziel des ewig optimistischen Vorstandschefs Elon Musk für den Absatz im gesamten Kalenderjahres von 360.000 Autos zu übertreffen. Das Model 3, ein Mittelklassefahrzeug im gehobenen Preissegment, entwickelt sich allen Unkenrufen zum Trotz zum Renner auf dem Markt für Elektroautos.

Doch es ist nicht nur ein gutes Quartal. Es ist mehr. Das Gesamtbild verschiebt sich langsam, aber kontinuierlich zugunsten des E-Autopioniers. Die Börsenkapitalisierung von Tesla liegt mit 80 Milliarden Dollar jetzt nur noch neun Milliarden Dollar hinter VW zurück und ist fast so groß wie von GM und Ford zusammen.

Dieser Erfolg ist nicht nur symbolisch. Der dramatische Kursanstieg macht es leichter für Musk neues Kapital am Aktienmarkt aufzunehmen. Das Vertrauen kehrt zurück. Und Kapital wird er auch in Zukunft brauchen, um das Wachstum zu finanzieren. Eines ist klar: Tesla ist hier, um zu bleiben. Automanager, die insgeheim heute nachts noch eine Kerze im Fenster anzünden, in der Hoffnung, dass der Spuk doch noch vorbeigeht, müssen sich langsam etwas Neues einfallen lassen.

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    Doch der Erfolg des Model 3 ist ein Unikum, andere Elektroautos finden bisher kaum Käufer: In den USA verkauft praktisch kein Hersteller außer Tesla wirklich nennenswerte Stückzahlen von E-Autos, in den Niederlanden verkaufte sich das Model 3 erstmals in einem Quartal sogar häufiger als jeder Verbrenner. Und bei Tesla ist es auch nur das Model 3, das nicht zu stoppen ist. Die anderen Modelle sind dagegen Nischenprodukte.

    Das Massengeschäft beherrscht nur einer

    Weltweit bleiben die Zahlen der gesamten Branche weit hinter den Hoffnungen zurück. Start-ups wie Fisker sind bankrott gegangen. Daimler verschiebt den Start des ersten Elektro-SUV in den USA auf 2021. Audi verkauft gerade mal ein paar Hundert e-tron SUV pro Monat in den USA. Auch Nissans Hoffnungsträger, der verhältnismäßig preisgünstige Leaf, verliert Monat für Monat Marktanteile.

    Kurz gesagt: Die teuren Oberklasse-Modelle der europäischen Konzerne sind Nischenprodukte wie Teslas SUV Model X. Die Mittelklasse, und damit das Massengeschäft, beherrscht nur einer: Teslas Model 3.

    Alle Augen sind deshalb jetzt auf Tesla gerichtet – und auf dessen Erfolg in China. Das Reich der Mitte ist der größte Automobilmarkt der Welt. Es gibt zahlreiche lokale Tesla-Wettbewerber, aber Musk hat gute Chancen sie abzuhängen, bevor die traditionellen Gegner wie GM, Ford, VW, Audi oder BMW auch nur den Fuß in den chinesischen Elektroautomarkt setzen können.

    In China hat Tesla in weniger als zwölf Monaten Bauzeit eine ganze Autofabrik aus dem Boden gestampft, die schon die ersten Fahrzeuge ausliefert. Hier wird auch das neue Model Y gebaut werden, ein „Crossover“, eine Kreuzung aus Model 3 und SUV, das laut Musk einmal „mehr verkaufen wird als die bisherigen Modelle 3, S und X zusammen“.

    Dann kommt da noch die Fabrik in der Nähe von Berlin, jedenfalls gibt es Hoffnung, dass sie irgendwann mal fertig wird, wenn auch nicht in zwölf Monaten. Zwischen China und Berlin liegen die riesigen Märkte Osteuropas und Russlands, bald verbunden durch die neue chinesische Seidenstraße, die die Märkte von China bis Europa zusammenwachsen lässt. Immerhin: Seit Ende 2019 betreibt Tesla Supercharger für seine Autos in Kasachstan. Ein winziges Land mit weniger als 20 Millionen Einwohnern, aber ein strategisches Bindeglied zwischen Asien und Europa.

    Tesla wird weiter Schlagzeilen machen, nicht zuletzt durch seinen kontrovers-provokanten Chef Elon Musk. Und es werden auch negative Schlagzeilen dabei sein. Aber wenn Musk selber nicht noch dramatische strategische Fehlentscheidungen trifft, ist die Zukunft als Massenhersteller für Elektroautos gesichert.

    Mehr: Die Norweger kaufen immer mehr Elektroautos: 2019 hatte fast jeder zweite verkaufte Neuwagen einen Elektroantrieb. Besonders beliebt war ein Tesla-Modell.

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