Kommentar: Deshalb schmälern Sicherheit und Garantien die Rente

„Entscheidend ist, was hinten rauskommt.“ Mit diesem Satz hat vor 40 Jahren der damalige Kanzler Helmut Kohl seinen Regierungsstil beschrieben. Er passt auch, wenn es darum geht, das Altersvorsorgedepot zu beschreiben.
Dieses neue Instrument der privaten Altersvorsorge, das Bundesfinanzminister Christian Lindner als „Gamechanger“ für die Rente angepriesen hat, soll Sparerinnen und Sparern ermöglichen, steuerlich gefördert unter anderem in Aktien, Fonds und ETFs zu investieren. Anders als bei der Riesterrente, die durch das Altersvorsorgedepot nun nach und nach ersetzt werden soll, sind Garantien nicht mehr verpflichtend, weder in der Sparphase noch in der Phase, in der die Rente fließt.
Das Erbe Norbert Blüms
Ein schöner „Gamechanger“ mag man sich da denken, schließlich soll die Rente doch, wie einst Kohls Arbeitsminister Norbert Blüm sagte, sicher sein. Und so verwundert es nicht, dass von knapp 1000 zum Altersvorsorgedepot Befragten 800 Geld für später zurücklegen wollen, aber bitte mit einer Garantie. Nur jeder Fünfte ist nach der Studie des Deutschen Instituts für Vermögensbildung und Alterssicherung bereit, auf Garantien zu verzichten, um im Alter eine höhere Rente zu bekommen.