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KommentarDie Bundesregierung verschweigt bei der Rente das Wesentliche

Anstatt an der gesetzlichen Rente herumzudoktern, sollte sich auch die Bundesregierung endlich zu den Fakten bekennen. Die kennen ohnehin schon alle.Markus Hinterberger 20.11.2025 - 10:40 Uhr
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Friedrich Merz und Bärbel Bas: Der Kanzler und die Arbeitsministerin sollten in Sachen Rente endlich eine Wahrheit aussprechen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Bundesregierung zerfleischt sich im Ringen um die Rente wegen weniger Prozentpunkte und riskiert einen Bruch der Koalition, anstatt ehrlich zu sein. Ehrlich mit den Wählerinnen und Wählern, die eine Alterssicherung erwarten können, die nachhaltig ist. Davon ist das, was momentan diskutiert wird, weit entfernt.

Es ist allgemeiner Konsens, dass das gesetzliche Rentensystem an seine Grenzen kommt. Es ist müßig, hier die gewaltige Zahl der Babyboomer zu erwähnen, die bald in Rente gehen werden, was das System noch weiter ins Wanken bringen wird. Die Rente ist sicher, aber für viele wird sie in Zukunft nicht mehr reichen. Diese Wahrheit sollte die Bundesregierung aussprechen. Mündige Bürgerinnen und Bürger vertragen das.

Die gesetzliche Rente wird für viele Menschen, vor allem für die Generationen, deren Renteneintritt in den 2040ern und danach liegt, nur noch ein Baustein in ihrer Altersversorgung sein. Die meisten Menschen in diesem Land wissen das längst und handeln dementsprechend: Sie sparen mithilfe von Betriebsrenten oder anderer Vorsorgeinstrumente für das Alter.

Wo bleibt der „Gamechanger“?

Vor allem bei der privaten Vorsorge müsste die Bundesregierung nun handeln. Vorschläge gibt es zuhauf: die Aktienrente, etwa. Die Idee dahinter war, dass Bürgerinnen und Bürger ein Depot eröffnen, in dem sie Geld für später zurücklegen können. Die Erträge dieses Depots wären bis zu einer Obergrenze steuerfrei.

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Das wäre, wie es der damalige FDP-Chef Christian Lindner sagte, ein „Gamechanger“ in der Altersvorsorge gewesen. Leider ist dieser Vorschlag in den Wirren des Ampel-Untergangs vom Tisch gefallen. Die Hoffnung einiger Ökonomen, dass die neue Bundesregierung den Plan für ein steuerfreies Depot wieder auf die Agenda setzt, wurde enttäuscht.

Zerschlagen hat sich auch die Hoffnung, dass zumindest die Jüngsten in diesem Land einen Grundstein für eine solide Versorgung im Alter legen können. Die Frühstart-Rente, bei der schulpflichtige Kinder zwischen sechs und 18 Jahren monatlich zehn Euro vom Bund zum Anlegen bekommen hätten, ist auf ein Minimalmaß zusammengeschrumpft. Nur noch Sechsjährige sollen im ersten Schwung zehn Euro bekommen.

Angesichts solcher Reförmchen bleibt Menschen, die auch nur gelegentlich einen Gedanken an ihr Auskommen im Alter verschwenden, nur die Selbsthilfe.

Schade, denn mit einem Rentenpaket, das alle Generationen mitnimmt, wäre sicher auch der eine oder andere, der bei der jüngsten Bundestagswahl das Kreuz ganz rechts oder ganz links gemacht hat, ins Nachdenken gekommen.

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Erstpublikation: 19.11.2025, 12:38 Uhr.

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