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KommentarDie deutschen Konzerne lassen die Start-ups im Stich

Früher waren sie die Helden der Zukunft – heute sagt die Industrie oft „Danke, nein!“ Immer weniger Konzerne wagen den Schritt zur Zusammenarbeit – mit verheerenden Folgen.Nadine Schimroszik 29.09.2025 - 11:01 Uhr
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Großkonzerne und Mittelständler arbeiten immer seltener mit Start-ups zusammen. Foto: AFP

Start-ups sollen Innovationen in die Wirtschaft bringen. Sie können als Katalysator agieren, damit Neues in der Breite ankommt. Und obwohl fast alle börsennotierten Konzerne Formate wie Acceleratoren, Inkubatoren, eigene Risikokapitalgeber (CVCs) oder Netzwerke ins Leben gerufen haben, um die Zusammenarbeit zu fördern, war das schon in Wachstumszeiten ein schwieriges Unterfangen. Doch inzwischen, im dritten Stagnationsjahr in Folge, sind die Hürden noch mal höher geworden.

Laut der jüngsten Studie des Start-up-Verbandes hat nur etwas mehr als die Hälfte aller Start-ups irgendeine Form von Verbindung zu einem Großkonzern oder Mittelständler, sei es als Lieferant oder Projektpartner. 2020 waren es noch fast drei Viertel. Seither liefen viele Kooperationsprogramme einfach aus. Das ist ein verheerendes Signal.

Denn wie sollen neue Technologien, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle in die Massenanwendung kommen, wenn es keinen Platz mehr für Experimente oder Pilotprojekte gibt? Großkonzerne sind selten in der Lage, radikale Innovationen aus sich selbst heraus zu entwickeln. Die Angst zu scheitern ist meist zu groß. Die deutsche Autoindustrie ist dafür das beste Beispiel.

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Start-ups haben aber das Potenzial, Trends zu setzen. Am ehesten, wenn sie früh genug die Spielregeln der deutschen Wirtschaft kennenlernen und regelmäßig Feedback von realen Kunden erhalten. Dann sind sie in der Pflicht, Aufträge zu erfüllen und sich zu bewähren. Die Kooperationen müssen nicht immer teuer sein. Oftmals reichen kleine, günstige Projekte, um wirklich herauszufinden, ob Start-up und der Mittelständler oder Großkonzern zusammenpassen.

Dafür müssen die Großkonzerne in der Lage sein, in schwierigen Zeiten in die Zukunft zu schauen. Das erfordert Weitsicht und ein bisschen Mut, vor allem, wenn das Kerngeschäft gerade nicht gut läuft. Das reine Bewahren kann jedenfalls nicht die Lösung sein, wie die Massenentlassungen bei Bosch, Audi und Continental zeigen. Wer die nächste Brücke zu den Start-ups schlägt, muss sie ja auch nicht gleich wieder Accelerator oder Inkubator nennen.

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