Kommentar: Die Inflationszahlen stellen die Notenbanken vor ein Dilemma
Die Inflation in der Euro-Zone ist im September auf ein 13-Jahres-Hoch gestiegen.
Foto: ReutersDie Inflation in Deutschland und dem Euro-Raum steigt und steigt. Laut den jüngsten Zahlen hat sie im September neue Rekorde erreicht. Und der Aufwärtstrend wird sich wahrscheinlich noch einige Monate fortsetzen.
Die Notenbanken stecken in einem Dilemma. Schließlich liegt die Ursache für den aktuellen Preisschub vor allem in Angebotsengpässen, wenn man von Effekten wie der Rücknahme der Mehrwertsteuersenkung in Deutschland absieht. Es gibt zum Beispiel zu wenig Kapazitäten in der Chipproduktion, was dazu führt, dass auch andere Branchen, etwa die Autoindustrie, ihre Fabriken nicht wie gewünscht hochfahren können. So stockt die Produktion in vielen Sektoren, wodurch die Preise auf breiter Front steigen.
Dem kann die Geldpolitik wenig entgegensetzen, weil sie nicht das Angebot beeinflusst. Sie wirkt auf die Nachfrage. Die EZB und die Fed können keine neuen Maschinen, Chipfabriken oder Wohnungen bauen. Mit einer Straffung der Geldpolitik würden sie allenfalls einen Anreiz setzen, dass Unternehmen und Haushalte wieder eher sparen, als zu konsumieren und zu investieren.