Kommentar: Die Krise der Credit Suisse ist ein Sonderfall – doch das macht sie nicht weniger bedrohlich
Nach einem massiven Kurssturz kämpft die Schweizer Großbank mit einem Vertrauensverlust an den Finanzmärkten.
Foto: imago images/IP3pressFrankfurt. Wenn der Chef einer großen Bank versichern muss, dass sie finanziell stabil dasteht, dann ist das meistens keine gute Nachricht. Am Mittwoch sah sich Ulrich Körner, der Mann an der Spitze der Credit Suisse, zu solch einer verbalen Stützungsaktion genötigt. Kritische Aussagen des größten Aktionärs, der Saudi National Bank, hatten zuvor den Kurs um bis zu 31 Prozent abstürzen lassen.
Gleichzeitig schossen die Kosten für Derivate in die Höhe, mit denen sich Investoren gegen den Ausfall von Anleihen der Credit Suisse absichern können. Diese im Fachjargon CDS genannten Papiere sind eines der wichtigsten Barometer für das Vertrauen in eine Bank.
Körner sagte auch, dass sich der Fall Credit Suisse nicht mit dem Kollaps der kalifornischen Silicon Valley Bank vergleichen lasse, der seit einer Woche die Märkte rund um den Globus erschüttert.
Damit hat Körner recht, nur leider nutzt das nichts. Die Krise der Credit Suisse ist hausgemacht und auch in der europäischen Bankenlandschaft ein Einzelfall.