Kommentar: Die Russland-Nähe der AfD bedroht den Standort Deutschland

Die geplante Russlandreise mehrerer AfD-Politiker ist kein diplomatischer Austausch. Die Partei untergräbt damit vielmehr die sicherheits- und wirtschaftspolitischen Interessen Deutschlands. Wer in Zeiten eines Angriffskriegs gegen die Ukraine demonstrativ nach Russland reist, stellt sich auf die Seite des Aggressors. Die AfD behauptet, sie wolle „deutsche Interessen“ vertreten. In Wahrheit vertritt sie russische.
Die wirtschaftliche Dimension dieser Nähe zum Kreml ist gravierend. Die AfD fordert das Ende der Sanktionen und die Wiederaufnahme von Energieimporten aus Russland. Damit propagiert sie die Rückkehr zu einer Abhängigkeit, die Deutschland teuer zu stehen kam.
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Die Lehre aus den vergangenen Jahren, dass politische Erpressbarkeit durch Energieabhängigkeit die eigene Handlungsfähigkeit zerstört, wird von der AfD bewusst ignoriert. Die Partei verkennt, dass eine Politik nach russischem Vorbild eine Kapitulation vor einem autokratischen Staat wäre, der wirtschaftliche Verflechtungen als Druckmittel missbraucht.
Für den Wirtschaftsstandort Deutschland birgt die Russlandpolitik der AfD gleich mehrere Risiken.
Erstens gefährdet sie die außenpolitische Berechenbarkeit. Investoren und Unternehmen brauchen Stabilität, keine Partei, die westliche Bündnisse infrage stellt und autoritäre Systeme hofiert.
Zweitens untergräbt sie die Innovationskraft einer offenen, exportorientierten Volkswirtschaft. Wer sich gegen europäische Werte und westliche Partner stellt, isoliert deutsche Unternehmen von den Märkten, auf denen sie erfolgreich sind.
Drittens schwächt die AfD den Ruf Deutschlands als verlässlicher Akteur. Eine Partei, die politische Nähe zu Moskau sucht, sendet an internationale Partner das Signal, dass deutsche Politik käuflich für billige Energie und populistische Parolen ist.
Die AfD bedroht damit nicht nur die Demokratie in Deutschland, sie spielt auch mit der wirtschaftlichen Substanz des Landes. Russland hat ein klares Interesse daran, den europäischen Zusammenhalt zu destabilisieren und prorussische Kräfte zu stärken. Die AfD fügt sich bereitwillig in dieses Muster ein und dient bereitwillig als Sprachrohr einer Macht, die das Völkerrecht mit Füßen tritt.
Wer in dieser Lage von „Friedensdiplomatie“ spricht, wie es einer der AfD-Russlandfans tut, während in der Ukraine Zivilisten mit Drohnen und Brandbomben angegriffen werden, betreibt keine Außenpolitik, sondern Desinformation. Eine Partei, die deutsche Sicherheit und wirtschaftliche Unabhängigkeit leichtfertig aufs Spiel setzt, disqualifiziert sich für jede Form politischer Verantwortung.
Erstpublikation: 07.11.2025, 08:50 Uhr.