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Kommentar Die türkische Lira bleibt anfällig

Die türkische Lira hat auf die Zinssenkung der nationalen Notenbank kaum reagiert. Trotzdem gibt es für die Währung viele Risiken.
15.12.2019 - 12:19 Uhr Kommentieren
Ein Händler zählt türkische Lira-Scheine. Quelle: Reuters
Riskante Währung

Ein Händler zählt türkische Lira-Scheine.

(Foto: Reuters)

Mit einer kräftigen Zinssenkung hat die türkische Notenbank am Donnerstag die Märkte überrascht. Auf der letzten Sitzung in diesem Jahr reduzierte sie den Leitzins von 14 auf zwölf Prozent. Auch wenn die türkische Lira darauf zunächst kaum reagiert, ist die Währung auf mittlere Sicht anfällig.

Das hängt zum einen mit der Ausgangslage in der Türkei zusammen. Das Vertrauen der Investoren in die dortige Notenbank ist spätestens seit der Entlassung ihres früheren Chefs im Juli durch den türkischen Präsidenten Erdogan schwer angeschlagen. Erdogan fordert seit langem, die Notenbank solle die Zinsen senken.

Auch wenn es Argumente dafür geben mag, hat er damit die Notenbank in eine schwierige Lage gebracht: Jede Zinssenkung verstärkt den Eindruck, dass die Notenbank dem Druck des Präsidenten nachgibt.

Momentan ignorieren Investoren die Aushöhlung der Unabhängigkeit der türkischen Notenbank noch weitgehend. Das wird sich aber schlagartig ändern in Phasen, in denen sie wieder stärker auf Risiken achten. In diesem Fall ist die Lira besonders anfällig. Angesichts der Konflikte in Syrien und Nahen Osten sowie des Handelsstreits gibt es viele Faktoren, die dies auslösen können. Im Zweifel reicht ein Tweet von US-Präsident Donald Trump dafür aus.

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    Dass die aktuelle Zinssenkung zunächst keinen größeren Ausschlag auf den Wechselkurs der türkischen Lira hatte, liegt daran, dass die US-Notenbank Federal Reserve (Fed) in diesem Jahr bereits dreimal die Zinsen gesenkt hat. Die Fed hilft damit den Währungen von Schwellenländern wie der Türkei, die dadurch für internationale Investoren tendenziell attraktiver werden. Zuletzt hat die Fed aber signalisiert, dass sie die Zinsen nun erst mal konstant halten will.

    Die türkische Notenbank dagegen stellte weitere Zinssenkungen in Aussicht. Wenn es dazu kommt, dürfte der Druck auf die Lira zunehmen. Ein weiterer Belastungsfaktor für die Lira sind die Probleme der türkischen Banken. Die Institute leiden unter der Wirtschaftskrise im Land, die dazu geführt hat, dass sie mehr notleidende Kredite in ihren Büchern haben. Das wiederum erschwert die wirtschaftliche Erholung. Die türkische Lira ist daher aus vielen Gründen eine riskante Währung.

    Mehr: Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal gewachsen, doch die Regierung würdigt das kaum. Sie weiß: Ihre größten Fehler sind noch nicht behoben.

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