1. Startseite
  2. Meinung
  3. Kommentare
  4. Kommentar: Diese Erkenntnis des Jahres 2023 sollten alle Anleger kennen

KommentarDiese Erkenntnis des Jahres 2023 sollten alle Anleger kennen

Das Aktienjahr mit einem Dax-Rekordhoch im Dezember hat eine gute Botschaft für 2024: Die neue Zinswelt bietet enorme Chancen für Investoren. Ulf Sommer 20.12.2023 - 04:33 Uhr
Bullen aus Plastik stehen vor dem Dax-Chart in der Frankfurter Börse. Die Chancen für eine baldige Jahresendrally stehen gut. Foto: Reuters

Mit einem Kurs- und Dividendenzuwachs von insgesamt 19 Prozent war 2023 bislang eines der besseren Dax-Jahre. Rund acht Prozent sind der langfristige Durchschnitt. Noch mehr als das überdurchschnittliche Jahr mit mehreren Dax-Rekorden im Dezember fallen aber die Folgen der zinsgetriebenen Zeitenwende ins Auge – und das dürfte 2024 so weitergehen: Aktien sind nicht mehr das alleinige geeignete Mittel, um Erspartes langfristig zu mehren. 

Zur Aktie sind zwei große Anlageformen hinzugekommen, die nun ebenfalls Renditen bringen: Tages- und Festgeld sowie Unternehmens- und Staatsanleihen. Diese Finanzprodukte waren in Zeiten der Nullzinspolitik ungeeignet, weil es eben keine Zinsen gab. Das ist seit 2023 Geschichte.

Wer sein Geld als täglich verfügbares Tagesgeld oder mit einer Laufzeit von einem Jahr oder zwei Jahren bei einer Bank anlegt, bekommt dafür neuerdings bis zu vier Prozent Jahreszins.

Und die Risiken sind gering: Wer diese Anleihen bis zur Endfälligkeit hält, bekommt seinen Einsatz – neben den jährlichen Zinsen – komplett zurück, solange das Unternehmen nicht pleitegeht. Doch das ist selbst bei höher verschuldeten Unternehmen, wie etwa Fresenius, extrem unwahrscheinlich.

Gute Renditen abseits der Aktienmärkte

Die gute Nachricht für 2024 lautet: Es wird noch mehr attraktive Anlagemöglichkeiten geben, denn viele Konzerne müssen auslaufende Anleihen zurückzahlen oder brauchen Geld für Investitionen. Und dieses Geld besorgen sich viele über neue, höher verzinste Anleihen.

Wegen der zuletzt stark gesunkenen Inflationsraten winkt Anlegerinnen und Anlegern dabei sogar eine positive Realrendite: Die Zinserträge von vier Prozent sind höher als die jährliche Teuerungsrate von zuletzt nur noch 2,4 Prozent in der Euro-Zone.

Ähnlich sicher wie Anleihen großer (Dax-)Konzerne sind Schuldscheine etablierter Industriestaaten. Wer Deutschland Geld leiht, bekommt dafür zwischen zwei und zweieinhalb Prozent Jahreszins. Bis vor etwas mehr als einem Jahr gab es nichts. Investoren waren in den vergangenen Jahren zeitweise sogar bereit, einen kleinen Zins dafür zu bezahlen, wenn sie Deutschland Geld leihen durften. So groß war der Wunsch, Geld risikolos anzulegen. Aus heutiger Sicht ist das eine geradezu absurde Vorstellung. 

Die USA zahlen inzwischen sogar rund vier Prozent, wenn sie neue Schuldscheine herausgeben. Hier sind Anleger allerdings oft heftigen Währungsschwankungen zwischen Euro und Dollar ausgesetzt.

In so manchem Jahr können aus vier Prozent Ertragszinsen deshalb schnell vier oder mehr Prozent Realverlust werden. In anderen Jahren winken neben den Zinsen zusätzliche Währungsgewinne. Es hängt davon ab, ob gerade der Dollar oder aber der Euro an Wert gewinnt. Das ist Risiko und Chance zugleich. In jedem Fall ist es überlegenswert, nicht das gesamte Ersparte nur in einer Währung zu investieren. 

Aktien nicht nur in guten Zeiten kaufen

Tages-, Festgeld und Anleihen sind also deutlich attraktiver geworden. Dennoch bleiben Aktien eine ganz wichtige Anlage. Nach wie vor bieten sie die höchsten Renditechancen, allerdings schwanken Aktienkurse mitunter stark. Mit Blick auf das abgelaufene Jahr hat beispielsweise Adidas 50 Prozent an Wert gewonnen.

Bayer hat dagegen 35 Prozent verloren. Solche Entwicklungen müssen Investorinnen und Investoren aushalten, wenn sie an der Börse aktiv sein wollen.

Geld nur in guten Zeiten an der Börse anzulegen ist allerdings ein schlechter Rat. Das zeigt das vergangene Jahr eindrucksvoll. Vor zwölf Monaten dominierte der Krieg in der Ukraine die täglichen Nachrichten. Konsumenten und Unternehmen waren mit Blick auf die Gasversorgung tief verunsichert. Gleichzeitig begann sich die Konjunktur abzuschwächen, und angesichts hoher Inflationsraten hoben die Notenbanken die Zinsen an, was die Börsen beunruhigte.

Dennoch legten die Aktienmärkte anschließend ein überdurchschnittlich gutes Börsenjahr hin, einschließlich neuer Rekorde. 2023 zeigt, wie wichtig es ist, dauerhaft in Aktien investiert zu sein. Nur so werden die guten Jahre nicht verpasst.

Doch Investoren stehen nicht mehr unter dem Anlagedruck, ihr gesamtes Geld in Aktien anzulegen, weil es woanders nichts zu holen gibt. Alle drei Anlageformen – Aktien, Tagesgeld und Anleihen – bringen endlich wieder Rendite. Dadurch verteilen sich die Risiken besser und das Depot wird ausgewogener.

Das ist bei allen geopolitischen und konjunkturellen Risiken, die auch 2024 fortbestehen werden, die wirklich wichtige und beste Nachricht aus der Finanzwelt. 

Unsere Partner
Anzeige
remind.me
Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen
Anzeige
Homeday
Immobilienbewertung von Homeday - kostenlos, unverbindlich & schnell
Anzeige
IT Boltwise
Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Anzeige
Presseportal
Direkt hier lesen!
Anzeige
STELLENMARKT
Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden
Anzeige
Expertentesten.de
Produktvergleich - schnell zum besten Produkt