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Kommentar Ein großes Comeback der deutschen Solarindustrie wird es nicht geben

Die Branche hofft auf eine Rückkehr zu alter Stärke. Unter den derzeitigen Voraussetzungen wird das nicht gelingen. Trotzdem gibt es Zuversicht.
31.07.2020 - 15:45 Uhr Kommentieren
Der Mittelpunkt der Industrie sitzt heute in China.  Quelle: dpa
Solaranlage

Der Mittelpunkt der Industrie sitzt heute in China. 

(Foto: dpa)

Düsseldorf Was waren das noch Zeiten, als die Deutschen Weltmarktführer in der Solarindustrie waren. Module, Zellen, Maschinen – alles kam aus dem Gründerland der Energiewende. Eine Technologie, die es ohne die Deutschen, das ist ganz klar, so nicht geben würde. Ohne die Chinesen aber auch nicht. 

Denn die Unternehmen aus Fernost haben es geschafft, die Photovoltaik zur Massenenergie zu machen. In sonnenreichen Ländern ist Solarenergie deswegen heute schon die günstigste Stromquelle überhaupt. Der Preis dafür war hoch, zumindest für die deutsche Vorzeigeindustrie, von der heute nicht mehr viel übrig ist. Zu groß war der Druck durch die Billigkonkurrenz aus Asien. 

Aber auf einmal schöpft die deutsche Industrie wieder Hoffnung. Das Maschinenbauunternehmen Meyer Burger hat den Aufbau einer Gigawatt-Produktion in Deutschland angekündigt. Die Gründe überzeugen auf den ersten Blick: billige Produktionskosten, gesunkene Personalkosten durch einen hohen Grad an Automatisierung, ein Technologievorsprung und politische Rückendeckung durch den Green Deal der EU. Diese Argumente sind nicht von der Hand zu weisen. 

Wer deswegen glaubt, dass die alten Zeiten von Glanz und Gloria in greifbarer Nähe sind, der hat allerdings weit gefehlt. Auch die chinesische Solarindustrie forscht an effizienteren Zellen. Ein Technologievorsprung allein reicht also schon mal nicht zur Voraussetzung für den Erfolg.

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    Fünf Gigawatt (GW) will Meyer Burger auf lange Sicht pro Jahr produzieren. Die Fabriken in China schaffen heute schon zehn GW und mehr. Sogar eine 60-GW-Produktion ist ab 2023 geplant. Und dann ist da noch der Preis: Chinesische Solarunternehmen konnten sich bislang stets auf politische Unterstützung verlassen, wenn es darum ging, mit günstigeren Modulpreisen die Konkurrenz auszustechen. Dafür werden sogar Verluste in Kauf genommen. 

    Dass die deutsche Solarindustrie wieder zurück zu alter Größe findet, ist unter diesen Umständen ausgeschlossen. Was nicht heißen soll, dass alle Hoffnung im Keim erstickt werden muss. Es ist richtig und wichtig, dass mit Blick auf die zukünftige Systemrelevanz der Photovoltaik, auch Deutschland und Europa wieder eigene Produktionsstätten etablieren, und zwar auch in einem größeren Maßstab. Damit das aber gelingt, braucht es die Unterstützung der Politik. 

    Denn das Argument, dass man sich bei wichtigen Sektoren nicht in eine totale Abhängigkeit gegenüber einem einzigen Land begeben sollte, darf nicht nur für die Batteriezellen für Elektroautos gelten, sondern muss auch auf die Solarindustrie angewandt werden. Schade nur, dass die Solarbranche hierzulande nicht so viel Gewicht hat wie die Autoindustrie.

    Mehr: Der Traum von der Rückkehr der deutschen Solarindustrie.

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