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Kommentar Eine Rezession in den USA könnte Deutschland mit abwärts reißen

Eine schwere Rezession in den USA würde die Weltwirtschaft hart treffen – auch Deutschland. Europäische Handelspartner gewinnen an Bedeutung.
30.03.2020 - 17:54 Uhr Kommentieren
Die Bundesregierung muss die Entwicklungen in den USA genau im Blick behalten. Quelle: dpa
Coronavirus

Die Bundesregierung muss die Entwicklungen in den USA genau im Blick behalten.

(Foto: dpa)

Die Hiobsbotschaften aus den USA überschlagen sich. Nicht nur im Gesundheitswesen des Landes herrscht Alarmstimmung, sondern in der gesamten amerikanischen Volkswirtschaft.

3,3 Millionen Amerikaner stellten allein vergangene Woche einen Antrag auf Arbeitslosengeld. Im zweiten Quartal könnte die Erwerbslosenquote auf 30 Prozent hochschießen. Das Bruttoinlandsprodukt droht um die Hälfte einzubrechen, befürchten Ökonomen.

In einem Land ohne Kurzarbeitergeld und ohne Kündigungsschutz stürzt ein Shutdown Millionen von Menschen abrupt und ungebremst in die Armut – eine humanitäre und zugleich eine ökonomische Katastrophe. Weil viele Amerikaner von der Hand in den Mund leben, fallen sie als Konsumenten quasi über Nacht aus.

Der US-Regierung ist das Problem bewusst: Mit Sonderzahlungen an Arbeitslose und kleine Selbstständige versucht sie, die Kaufkraft zu stützen. Man kann nur hoffen, dass diese Operation gelingt. Denn sollte die Weltmacht in eine lange und tiefe Rezession abrutschen, dann werden auch andere Industriestaaten in den Abwärtssog geraten – allen voran Deutschland. Wenn der amerikanische Markt dauerhaft einbricht, würde das viele deutsche Unternehmen schmerzlich treffen.

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    Die Vereinigten Staaten kauften im vergangenen Jahr Waren im Wert von 118,6 Milliarden Euro in Deutschland ein und waren damit unser wichtigster Handelspartner noch vor Frankreich und China.

    Deutschland muss den Blick auf Frankreich, Spanien und Italien richten

    Eine schwere Wirtschaftskrise in den USA hätte negative Folgen nicht nur für die Exporte, sondern auch für die deutschen Produktionsstätten in Nordamerika und für die transatlantischen Kapitalströme.

    Die Bundesregierung muss die Entwicklungen in den USA daher genau im Blick behalten: Je tiefer die Weltmacht in die Coronakrise abrutscht, desto wichtiger werden andere Handelspartner für die deutsche Wirtschaft.

    Eine Rezession in Amerika abwenden kann die deutsche Politik natürlich nicht. Doch sie kann verhindern, dass andere Absatzmärkte auch noch wegbrechen – und damit rücken die europäischen Partner ins Blickfeld: Frankreich, Spanien, Italien.

    Alle exportorientierten EU-Staaten – neben Deutschland auch die Niederlande, Schweden oder Dänemark – müssen ein ureigenes nationales Interesse daran haben, die EU zu stabilisieren und dafür Geld in die Hand zu nehmen. Das gilt es bedenken, wenn die Verhandlungen über den neuen EU-Finanzrahmen für die Jahre 2021 bis 2027 weitergehen. Kleinkarierte Streitereien um angeblich zu hohe Nettobeiträge zum EU-Haushalt machen in dieser Situation nun wirklich keinen Sinn mehr.

    Mehr: Der US-Präsident ordnet einen weiteren Monat Stillstand an und rechnet mit 100.000 Toten im Land. Damit stimmte Trump die Amerikaner auf einen langen Kampf ein.

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