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Elon Musk

Tesla will eine Gigafactory in Brandenburg bauen.

(Foto: Reuters)

Kommentar Elon Musk braucht kein Willkommensgeschenk der deutschen Steuerzahler

Wettbewerb ist generell gut. Doch angesichts der Strukturkrise der Autoindustrie sollte die Politik die Konkurrenz wie Tesla nicht unterstützen.
27.01.2020 - 13:01 Uhr 1 Kommentar

Als Tesla in Deutschland von der halbstaatlichen Kaufprämie für eines seiner Luxusmodelle profitieren sollte, war die Aufregung groß. Heute ist in der Politik alles ganz anders. Sicher ist schon, dass der US-Autobauer Finanzmittel des Landes Brandenburg für seine geplante Firmenansiedlung bekommt. Zusätzlich soll der Bund in Europa aktiv werden, um Gelder für den Autobauer lockerzumachen.

Das ist ein Schlag ins Gesicht von VW, Daimler und BMW. Man subventioniert sich die Konkurrenz in Deutschland herbei. Wettbewerb ist wünschenswert. Aber es ist schon verwunderlich, wenn die Politik die Strukturkrise der heimischen Autoindustrie klar benennt, gleichzeitig aber die Mitbewerber staatlich unterstützt.

Tesla hat einen Börsenwert von 100 Milliarden Dollar und lässt damit Volkswagen hinter sich. Bei Tesla ist viel Börsenfantasie dabei. Während VW aktuell Millionen von Autos verkauft, sind es bei Tesla ein paar Hunderttausend.

Mit der Ankündigung, eine Gigafactory in Brandenburg zu bauen, kann Tesla-Chef Elon Musk seine Story weitererzählen und betreibt damit Kurspflege. Ob es im Sinne des deutschen Steuerzahlers ist, diese traumhafte Geschichte mitzufinanzieren? Dahinter kann man schon ein kräftiges Fragezeichen machen.

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    Mit seiner Industriestrategie will Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier vor allem europäische Champions züchten, die der angeblichen Übermacht aus den USA und China etwas entgegenzusetzen haben. Jetzt versucht er offensichtlich wie sein Vorvorgänger Sigmar Gabriel, vom Glanz des weltweit berühmten Entrepreneurs Musk etwas abzukommen. Das nächste Argument der deutschen Politik für ihre Hilfsaktion kann man sich schon mal ausmalen.

    Wenn der wahlkämpfende US-Präsident Donald Trump demnächst wieder Autozölle gegen deutsche Hersteller androht, wird Berlin auf die Subventionen für Tesla hinweisen. Überspitzt formuliert kommt die Bundesregierung der Erpressung aus Washington zuvor und überweist das Lösegeld in Form von Staatsgeldern schon vor der vereinbarten Übergabe.

    Im Moment scheint alles zu gehen. Die Kassen sind voll in Deutschland. Statt dem Steuerbürger etwas zurückzugeben, wird das Staatsgeld mit beiden Händen ausgereicht. 40 Milliarden für den sogenannten Kohlekompromiss. Da machen Hunderte von Millionen für Tesla schon gar nichts mehr aus.

    Es spricht für den Standort Deutschland, dass Tesla hier seine neue Fabrik ansiedeln will. Elon Musk sollte mit offenen Armen empfangen werden. Ein Willkommensgeschenk der deutschen Steuerzahler braucht er allerdings nicht.

    Tesla stößt in Brandenburg auf Widerstand

    Mehr: Elon Musk verstand es schon immer, trickreich an Staatshilfe zu kommen. Doch lange kann sich Tesla nicht mehr auf den Steuerzahler verlassen.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Elon Musk braucht kein Willkommensgeschenk der deutschen Steuerzahler"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • schrieb aus Köln; Ich frage mich heutzutage recht oft: Warum für die derartig großen/distruptiven Investitionen in diesem Bereich, nicht die, innerhalb der EU, dringend/tatsächlich Förderungs-bedürftigen Länder, z.B. Bulgarien, Rumänien, (und sogar Serbien als EU-Mitglied spe.) auch infrage kommen? Somit werden auch viele zu erwartenden -und sicherlich nach und nach zermürbend werdenden- Probleme/Streitigkeiten/Kostenrisiken in ohnehin ziemlich überfülltem "Ballungsgebiet Berlin/Brandenburg" gemieden können. In Rumänien besteht ja seit einigen Jahren bereits ein beträchtlich produktives "Knowhow/Good manufacturing culture in car industry".

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