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Kommentar Ende des Gratiskontos: Es ist scheinheilig, steigende Gebühren bei den Banken zu geißeln

Das Gratiskonto stirbt aus. Das ärgert die Kunden, aber den Banken bleibt wenig anderes übrig. Einlagen zu verwalten ist ein teurer Spaß geworden.
16.02.2021 - 17:19 Uhr 1 Kommentar
„Was nützt ein Onlinebroker, wenn er nicht funktioniert, wenn was los ist“, kritisierte ein Kunde auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Quelle: dpa
Schriftzug von Comdirect

„Was nützt ein Onlinebroker, wenn er nicht funktioniert, wenn was los ist“, kritisierte ein Kunde auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

(Foto: dpa)

Strategische Fehler zu korrigieren ist teuer und kostet jede Menge Zeit. Manchmal geraten dadurch ganze Branchen in Schieflage. Als irgendwann Mitte der Neunzigerjahre die Kommerzialisierung des Internets begann, beschlossen die meisten Medienkonzerne, einen erheblichen Anteil ihrer Inhalte zu verschenken, um möglichst viele Leser auf ihre Seiten zu locken und damit die Werbeeinnahmen in die Höhe zu treiben. Mit den Spätfolgen dieser Fehlentscheidung ringt die Branche noch heute.

Die Banken haben mit der Einführung des kostenlosen Girokontos den gleichen Fehler begangen. Die Gleichung „Haben wir den Kunden erst einmal im Haus, werden wir schon irgendwie Geld mit ihm verdienen“ ging nie wirklich auf.

Spätestens jetzt, in Zeiten der chronischen Minuszinsen, können es sich die Banken nicht mehr leisten, das Problem zu ignorieren. Das beweisen die jüngsten Entscheidungen der Commerzbank und der Deutschen Bank für ihre Töchter Comdirect respektive Postbank.

Natürlich sind die Kunden sauer über teilweise drastisch höhere Gebühren. Aber die Banken machen das Gratiskonto ja nicht zum Auslaufmodell, weil sie noch ein paar Milliarden Euro mehr Gewinn in die Tresore stopfen wollen. Die deutschen Geldhäuser ringen seit Jahren um jedes Basispünktchen Rendite.

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    Um in den nächsten Jahren auch nur halbwegs über die Runden zu kommen, müssen Deutsche Bank und Commerzbank einen harten Sparkurs fahren und Zehntausende Jobs streichen. Schätzungen zufolge haben die Banken kollektiv im deutschen Retailgeschäft im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro verloren.

    Strafzinsen werden langsam, aber sicher zum Normalfall

    Die Botschaft, die die Banken mit ihrer neuen Gebührenordnung senden, ist klar: „Wir wollen nicht mehr jeden Kunden, sondern nur noch diejenigen, für die wir die Hausbank sind.“ Und selbst diese Klientel wird sich an den Gedanken gewöhnen müssen, künftig für die Kontoführung zur Kasse gebeten zu werden.

    Durch die Pandemie und das neuerliche Eingreifen der Notenbanken wurden die Minuszinsen endgültig zur neuen Normalität. Für die Endkunden bedeutet das, dass auch Strafzinsen für ihre Einlagen und/oder höhere Gebühren langsam, aber sicher zum Normalfall werden.

    Mitleid muss man mit den Banken nicht haben. Aber über die chronische wirtschaftliche Schwäche der heimischen Geldhäuser zu jammern und sie dann zu geißeln, weil sie die Gebühren anheben, ist scheinheilig. Den heimischen Sparern bleibt zumindest ein Trost: Der Wettbewerb auf dem deutschen Privatkundenmarkt ist derart brutal, dass sie keine Angst haben müssen, von ihren Banken übervorteilt zu werden.

    Mehr: Bankenpräsident Peters: „Ich kann die EZB nicht einmal ansatzweise verstehen.“

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Ende des Gratiskontos: Es ist scheinheilig, steigende Gebühren bei den Banken zu geißeln"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das Problem ist doch - es gibt mittlerweile genug Fintechs die es besser machen und die Banken haben es verpennt. Am Ende zahlt dann der Kunde dafür. Braucht man Banken überhaupt noch?

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