Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kommentar Griechenland kann beim Wettrüsten mit der Türkei nur verlieren

Griechenlands Premierminister sollte sich nicht auf das Wettrüsten mit dem Nachbarn einlassen: Es wäre aussichtslos und gefährdet die wirtschaftliche Stabilität.
03.09.2020 - 04:00 Uhr Kommentieren
Der Rüstungswettlauf mit der Türkei ist für Griechenland aussichtslos Quelle: dpa
Griechischer Kampfjet

Griechenland muss sich verteidigen können – doch wie viele Rüstungsausgaben kann sich Athen leisten?

(Foto: dpa)

Gerade erst hatte Griechenland begonnen, seine Staatsfinanzen nach der achtjährigen Schuldenkrise in Ordnung zu bringen, Überschüsse im Haushalt zu erwirtschaften und die Schuldenspirale zu stoppen, da stürzt die Corona-Rezession das Land nun wieder zurück in die roten Zahlen. Doch damit nicht genug.
Nun lässt sich Premier Kyriakos Mitsotakis auch noch auf ein neues Wettrüsten mit der benachbarten Türkei ein.

Auf das Säbelrasseln aus Ankara und die zunehmend schrille Rhetorik des türkischen Staatschefs Erdogan glaubt die griechische Regierung mit milliardenschweren Waffenkäufen antworten zu müssen. Dem Wohl des chronischen Krisenlandes dient das nicht. Ein Rüstungswettlauf mit der Türkei ist aussichtslos und gefährdet Griechenlands wirtschaftliche Stabilität.

Unstrittig ist: Die Griechen müssen ihre Landesverteidigung sicherstellen. Das Gefühl der Bedrohung ist nachvollziehbar. Der große Nachbar Türkei ist zwar formell Verbündeter, tritt aber als Feind auf. Genauso unbestritten ist, dass Griechenland seinen militärischen Auftrag im Rahmen der Nato zu erfüllen hat. Dazu gehört eine kontinuierliche Modernisierung des militärischen Arsenals.

Aber ein Wettrüsten der beiden Nato-Partner dient weder den Sicherheitsinteressen der Allianz, noch nützt es Griechenland.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Die europäischen Waffenschmieden haben an der Rivalität der beiden verfeindeten Verbündeten in der Vergangenheit gut verdient. Die Türkei ist traditionell einer der wichtigsten Abnehmer der deutschen Rüstungsindustrie. Für die Griechen ist Deutschland der zweitwichtigste Waffenlieferant nach den USA, gefolgt von Frankreich.

    Ruinöser Wettlauf

    Für die Hersteller mag der Rüstungswettlauf lukrativ sein, für Griechenland ist er ruinös. Es ist ein Rennen, das die Griechen niemals gewinnen können. Die Türkei hat achtmal so viele Einwohner, ihre Wirtschaftskraft ist dreieinhalbmal so groß. Erdogan steigerte die Rüstungsausgaben binnen fünf Jahren von zwölf auf über 20 Milliarden Dollar. Militärisch zieht die Türkei immer weiter vorbei.

    Erdogan schwelgt bereits in Kriegsfantasien und beschwört seine Bereitschaft, „Märtyrer“ zu opfern. Aber auch er kann kein Interesse daran haben, den Konflikt um Hoheitszonen und Bodenschätze militärisch auszutragen. Ein Krieg im Mittelmeer wäre ein Desaster für die Nato und eine Niederlage für die EU. Sie muss alles daransetzen, die beiden Nachbarn zu einem Stillhalteabkommen in den umstrittenen Seegebieten zu bewegen und an den Verhandlungstisch zu bringen. Griechenland hat bereits angeboten, den Streit dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Schlichtung vorzulegen. Jetzt ist Ankara am Zug.

    Mehr: Lesen Sie hier, weshalb die Bundeswehr neue Kampfschiffe im Milliardenwert anschaffen möchte

    Startseite
    Mehr zu: Kommentar - Griechenland kann beim Wettrüsten mit der Türkei nur verlieren
    0 Kommentare zu "Kommentar: Griechenland kann beim Wettrüsten mit der Türkei nur verlieren"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%