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Kommentar Huawei sucht die Nähe zu Peking – und bestätigt damit nur die Kritiker

Chinesische Diplomaten verschärfen den Ton im Streit um Huawei. Es wird gedroht und gewarnt. Kritiker fühlen sich dadurch bestätigt.
23.06.2020 - 13:58 Uhr Kommentieren
Ein Polizist kontrolliert Passanten vor einem Huawei-Shop in China. Quelle: AFP
Huawei-Shop

Ein Polizist kontrolliert Passanten vor einem Huawei-Shop in China.

(Foto: AFP)

Der Streit um den chinesischen Netzausrüster Huawei erreicht immer größere Dimensionen. Es geht nicht nur um eine Firma. Es geht um einen Handelskrieg zwischen der größten und der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die USA und China liefern sich einen Schlagabtausch um die Rolle des Technologieunternehmens.

Huawei sucht nun stärker die Nähe zur chinesischen Regierung, um US-Sanktionen und Handelseinschränkungen abzuwenden. Das Problem ist: Damit bestätigt das Unternehmen die Vorwürfe seiner Kritiker.

Über viele Jahre hat Huawei öffentlich seine große Distanz zur chinesischen Regierung betont. Ja, es sei zwar eine Firma mit Hauptsitz in China. Das habe jedoch keine Auswirkungen auf das Geschäft außerhalb der Volksrepublik.

Mittlerweile ändert sich der Ton. Chairman Eric Xu kritisierte öffentliche Sanktionen der US-Regierung und hob hervor, dass Peking sich für das Unternehmen einsetzen könne. Das chinesische Außenministerium griff diese Aussagen unmittelbar auf.

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    Seit Monaten übertrumpfen sich chinesische Diplomaten im Ausland mit Drohungen, welche Konsequenzen ein Ausschluss für ihre Gastländer haben könnte. Das gilt auch für Deutschland, wo der Botschafter Beschränkungen für Autofirmen in China angesprochen hatte.

    Die Debatte um Huawei verschiebt sich. Es geht nicht länger um die Rolle eines Unternehmens, das mit Spitzentechnik im Bereich des Echtzeitmobilfunks 5G global Marktanteile erobert. Es geht um politischen Druck und ein Kräftemessen unter Regierungen.

    Mit Statements wie denen von Eric Xu bekräftigt das Unternehmen das Einschreiten der chinesischen Regierung. Die Firma beschädigt damit jedoch ihren bisherigen Kurs in dem Konflikt. Sie steht jetzt nicht mehr als Unternehmen mit maximaler Distanz zu Peking da.

    Von chinesischer Seite wird betont, das Vorgehen sei normal, und auch deutsche Unternehmen würden bei Schwierigkeiten die Bundesregierung um Hilfe bitten. Natürlich setzen sich Regierungen dafür ein, dass ihre Firmen nicht diskriminiert werden.

    Die Dimensionen im Fall Huawei gehen jedoch darüber hinaus. Der Streit um Huawei entzündet sich ja gerade an der Frage, wie eng die Verbindung zwischen dem Unternehmen und der chinesischen Regierung ist. Je stärker sich Peking für die Interessen von Huawei einsetzt, desto schwieriger wird es für das Unternehmen, sich auf seine absolute Unabhängigkeit zu berufen.

    Die vermeintliche Hilfe aus Peking droht die Position von Huawei entscheidend zu beschädigen. Je lauter chinesische Diplomaten Konsequenzen ankündigen, desto enger wird das Verhältnis zwischen der Firma und dem chinesischen Staat interpretiert.

    Mehr: Huawei hatte lange öffentlich seine Distanz zu chinesischen Behörden betont. Das ändert sich.

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