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KommentarIm E-Zeitalter verlieren deutsche Autobauer den Anschluss im Osten

Deutschlands Autobauer glänzen mit Stromerzahlen – aber nur in Europa. In China brechen die Verkäufe ein. Das gefährdet das Geschäftsmodell und die globale Ambition der Konzerne.Lazar Backovic 25.07.2025 - 09:13 Uhr
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ID.7-Premiere von Volkswagen in Shanghai: In Europa verkaufen sich die E-Autos der Deutschen inzwischen ordentlich, im Rest der Welt nicht. Foto: dpa

Deutschlands Autobauer feiern den nächsten Elektro-Rekord. 773.000 Stromer haben BMW, Mercedes und der Volkswagen-Konzern im ersten Halbjahr 2025 weltweit verkauft – so viele wie nie.

Das ist respektabel, aber kein Grund zum Jubeln. Denn der Boom hat eine gefährliche Schlagseite: Er findet fast ausschließlich in Europa statt, nicht in China – dem größten aller E-Auto-Märkte.

Die Zahlen aus der Region sind drastisch: Mercedes verliert im Reich der Mitte elektrisch mehr als 60 Prozent Absatz, bei BMW beträgt das Minus über 40 Prozent, auch VW rauscht mit seinen IDs ab.

Für das Geschäftsmodell der Hersteller ist das mehr als ein Warnsignal. Denn China war lange Zeit der größte Gewinnbringer der Branche – und ist inzwischen ein Hochrisikomarkt.

Während der Marktanteil von Stromern in dem asiatischen Land Quartal für Quartal steigt, sinkt gleichzeitig der der deutschen Anbieter. Das ist kein vorübergehendes Problem – es ist ein strukturelles.

Die Schnelligkeit entscheidet über die Zukunft

Grund ist der aggressive Preiskampf in dem Land, den die Deutschen aus nachvollziehbaren Gründen meiden. Wer verramscht schon gerne seine Ware? Das Problem ist nur: Höhere Preise werden im größten Automarkt der Welt so schnell nicht durchzusetzen sein. Das wissen Deutschlands Autobosse in China auch.

Autobranche

Elektro-Absatz der deutschen Hersteller boomt – die Gewinner und Verlierer

Die chinesische Wirtschaft steckt offiziell in der Deflation. Wer künftig bestehen will, muss ein überzeugendes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Für immer weniger Kunden sind das heute E-Autos von BMW, Mercedes oder VW. Die Folge: schrumpfender Marktanteil, sinkende Relevanz – ausgerechnet in der globalen Benchmark-Nation für Elektromobilität.

Für Hersteller, die Milliarden in neue Plattformen und Technologien investieren, ist das fatal. Denn diese Ausgaben lassen sich nur mit weltweiter Nachfrage refinanzieren.

Manche, wie Volkswagen, haben die Zeichen erkannt, Entwicklungszyklen verkürzt, Strategien angepasst. BMW hat in den vergangenen Tagen nachgezogen und eine Partnerschaft mit dem Adas-Spezialisten Momenta verkündet. Entscheidend wird sein, wie schnell der Wandel wirklich durchdringt.

Fest steht: Warten und auf bessere Zeiten hoffen, das führt direkt in die Nische. Was im Extremfall bliebe, wären drei deutsche Konzerne, die im Elektrozeitalter nur noch als Regionalmächte auf ihrem Heimatkontinent agieren. Allein aus Europa ließe sich die globale Konkurrenz aber nicht mehr vor sich hertreiben.

Deutschlands Autobauer müssen so wie im Verbrennerzeitalter dafür sorgen, dass sie so viel innovativer sind, wie sie teurer sind. Mit Blick auf das Tempo der chinesischen Konkurrenz wird das Zeitfenster dafür aber immer kleiner.

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Erstpublikation: 24.07.2025, 11:19 Uhr.

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