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Kommentar Im Kampf gegen Corona steht viel auf dem Spiel – für alle und für den Einzelnen

Das Coronavirus spült existenzielle Fragen nach oben, die sonst kollektiv verdrängt werden. Die Politik muss nun den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Wirtschaft erhalten.
24.03.2020 - 16:58 Uhr Kommentieren
Das Coronavirus fordert die Deutschen wie kaum eine andere Krise. Quelle: dpa
Spaziergänger in München

Das Coronavirus fordert die Deutschen wie kaum eine andere Krise.

(Foto: dpa)

Der Umgang mit dem Coronavirus konfrontiert die Bürger mit Themen, die meist kollektiv verdrängt werden. Es geht um existenzielle Fragen, etwa wie wir mit den Alten und Schwachen der Gesellschaft umgehen.

Bis vor kurzem waren die meisten daran gewohnt, dass sehr viele Alte ihre vergangenen Jahre in Heimen oder allein zu Hause verbringen. Es gab auch die jungen Alten, die mit 75 Jahren noch fit sind und die gerne gezeigt wurden. Für die Jüngeren ging es vor allem um Selbstoptimierung, es drehte sich viel um den eigenen geglückten Lebensplan.

Vor allem die schrecklichen Bilder aus Italien, auf denen Militärlaster Leichen abtransportieren, haben das alles ins Wanken gebracht. Selbst das scheint aber bei einigen noch nicht zu reichen, um zu merken, dass auch hier noch mehr Menschen ihre Leben wegen Corona lassen müssen. Wir können nur hoffen, dass uns die überfordert wirkenden Zuständen aus italienischen Krankenhäusern erspart bleiben.

Noch werden in Deutschland Alte gegen Junge glücklicherweise nicht gegeneinander ausgespielt. Es steht dabei für alle gemeinsam und für jeden einzelnen viel auf dem Spiel. Es geht ganz profan um die eigene berufliche und private Existenz, es geht aber auch um die Leistungsfähigkeit der Gesellschaft.

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    Unser Gesundheitssystem, über das wir oft genug schimpfen, scheint noch zu den besten in der Welt zu gehören. Das ist nur möglich, weil unser Land wohlhabend und jeder krankenversichert ist. Das gibt es nicht oft auf der Welt.

    Das schwierige für die Politiker wird sein, den gesellschaftlichen Zusammenhalt genauso zu erhalten wie die Wirtschaftskraft des Landes. Das ist alles andere als eine banale Herausforderung. Hebt man die drastischen Maßnahmen zu früh auf, kann es sein, dass das Virus immer wieder kommt. Lässt man sie zu lange laufen, liegt die Wirtschaft in den kommenden Jahre am Boden. Die Politik braucht schnellstens eine Strategie, um beide Ziele zu erreichen.

    Mehr: Alle Entwicklungen zum Coronavirus im Newsblog.

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