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Kommentar Nach Irans Vergeltung droht ein offener Krieg mit den USA

Die Angriffe der Iraner auf US-Stützpunkte im Irak bringen den Konflikt auf ein neues Eskalationsniveau. Trump wird sie als Kriegserklärung auffassen.
08.01.2020 - 07:06 Uhr 4 Kommentare
Demonstranten setzten während einer Kundgebung eine Kartonfigur von US-Präsident Trump in Brand. Quelle: dpa
Proteste in Bagdad

Demonstranten setzten während einer Kundgebung eine Kartonfigur von US-Präsident Trump in Brand.

(Foto: dpa)

Nun ist eingetreten, was alle erwartet – und befürchtet – hatten: ein direkter Angriff aus dem Iran auf amerikanische Stützpunkte im Irak. Nicht ausgeführt von irgendwelchen Milizen, die unter Teheraner Einfluss stehen, sondern vom regulären iranischen Militär – und das noch mit vorheriger Ankündigung der Regierung.

Das hat eine neue Qualität – und US-Präsident Donald Trump wird nicht anders können, als diese Operation als das aufzufassen, was sie ist: eine Kriegserklärung.

Nun droht tatsächlich ein heißer Krieg zwischen den USA und dem Iran. Denn Trump ist in seinen drei Jahren als Präsident durch vieles aufgefallen: Besonnenheit gehört nicht dazu. Er wird – wie angekündigt – hart zurückschlagen. Schon mit der staatlichen Exekution des iranischen Generalmajors Ghassem Soleimani in Bagdad hatte Trump gleich mehrere Eskalationsstufen übersprungen.

Die Entscheidung über Krieg und Frieden liegt nun in den Händen eines Mannes, der nicht auf Berater hört und von rationaler Abwägung der Folgen seines Handelns wenig hält. Trump folgt seinen Instinkten und trifft Entscheidungen mit großer Tragweite nach Tageslaune. Das ist in einer solchen, ebenso komplexen wie explosiven Lage alles andere als vertrauensbildend.

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    Eigentlich wollte Trump sein Land aus diesen „lächerlichen, endlosen Kriegen“ in dieser Weltgegend heraushalten, wo Amerika seiner Ansicht nach nichts mehr zu suchen hat, es denn, um den einen oder anderen Waffendeal abzuschließen. Nun aber steckt Trump mittendrin – teilweise selbstverschuldet.

    Der US-Präsident könnte der Angriff der iranischen Revolutionsgarden als Kriegserklärung auffassen. Quelle: AP
    Trump im Irak (Archivbild)

    Der US-Präsident könnte der Angriff der iranischen Revolutionsgarden als Kriegserklärung auffassen.

    (Foto: AP)

    Sollte es das Ziel Trumps gewesen sein, mit der Tötung des iranischen Generals Soleimani den Einfluss Irans in der Region einzudämmen, dann ist diese Taktik krachend gescheitert. Die Iraner, die in den vergangenen Monaten in landesweiten Protesten die Legitimation der Islamischen Republik offen infrage stellten, scharen sich nun hinter ihrer Führung.

    Und nun steht sogar die Präsenz der US-Truppen im Irak zur Disposition. Die Souveränität des Iraks ist ohnehin bedroht. Ohne amerikanische Unterstützung aber wird das Land vollständig zum Vasallenstaat Teherans.

    Natürlich hat der Iran, der wegen der harten Sanktionen eine schwere Wirtschaftskrise durchlebt, zuletzt kaum eine Gelegenheit ausgelassen, den „Todfeind“ Amerika zu provozieren. Der Abschuss einer US-Drohne über dem Golf, die Angriffe auf saudische Ölanlagen und zuletzt der symbolträchtige Sturm auf die US-Botschaft in Bagdad – alle diese Aktionen waren ohne Zweifel von Teheran aus gesteuert, wenn auch verdeckt.

    Die „Operation Märtyrer Soleimani“, wie die Iraner ihre Vergeltung nennen, allerdings lässt keinen Spielraum mehr für Interpretationen. Die Iranpolitik Trumps begann mit der Kündigung des Atompakts, es folgte die völlige Isolation Irans von der Weltwirtschaft. Am Ende kommt es womöglich zu einem heißen Krieg, den niemand wollen kann.

    Mehr: Mindestens zwei auch von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak sind mit Raketen aus dem Iran angegriffen worden. Irans Revolutionsgarden warnen die USA vor Gegenangriffen.

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    4 Kommentare zu "Kommentar: Nach Irans Vergeltung droht ein offener Krieg mit den USA"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Das kapiere ich nicht. Wieso sollte Trump welche Aktion der Iraner als Kriegserklärung auffassen? Wenn etwas eine Kriegserklärung war, ist es doch wohl die von Trump angestiftete Ermordung des iranischen Generals, oder ...?
      Trumps Verhalten erinnert mich hier sehr an den angeblichen polnischen Überfall auf den Sender Gleiwitz, den Hitler als "Rechtfertigung für sein Zurückschießen" in Polen benutzte, als er den Zweiten Weltkrieg begann. Bloß ist Trump noch plumper.

    • Jetzt geht sie wieder los die Propaganda Lügenmaschine auf allen Seiten. Jeder wird irgendwie korrumpiert. Ist einfach nur eine Sache von welcher Seite man das betrachtet. Wer bei der Beerdigung stirbt geht gleich als Märtyrer in Paradies ein und auf amerikanischer Seite ist man dann ein Kriegsveteran/Held. So funktioniert das.

    • Nach hier ins Exil geflüchtete Iraner sagen, dass dieser General tatsächlich ein Terrorist gewesen ist. Unter seiner Leitung hat diese Diktatur Iran mit Hilfe der Revolutionsgarden sein Herrschaftsgebiet bis an die direkten Grenzen von Israel, Saudiarabien, Jordanien und den Libanon ausgeweitet. Tausende von Menschen sind auf seinen Befehl hin ermordet worden. Diverse Milizen sind mit Waffen und Raketen starrend ausgerüstet worden, um Israel anzugreifen. Der General ist als Terrorist eingestuft aus diesen Gründen. Das Regime der Mullahs ist ein menschenverachtendes Terrorregime, es zündelt seit Jahren an der Kriegslunte. Menschenverachtend unter Anderem, weil bei den zivilen Demonstrationen über 300 Menschen getötet worden sind. Selbst bei der Beerdigung des Generals wurden 30 Menschen getötet. Ebenfalls sagen die Exiliraner, dass 80 % der Teilnehmer an der Beerdigung von der Regierung genötigt worden sind, an der Beerdigung teil zu nehmen, indem man massiven Druck auf sie ausgeübt hat, um die westliche Presse und die Fernsehreporter entsprechend zu füttern. Die darauf auch prompt hereinfällt. Wann liest man hierzu einmal etwas mehr in unserer Presse? Das wäre auch eine Frage an die Redaktion. In diesem Sinne FW

    • Der Iran hat angemessen und im Vergleich zur Aggressivität seiner Worte, milde reagiert. Trump könnte und müßte, nun eigentlich Ruhe geben. Ein tatsächlicher militärischer Konflikt gefährdet seine sichere Wiederwahl und das kann in Amerika wirklich keiner wollen. Denn die Konsequenz wäre ein demokratischer Präsident. Das wäre so als würde der Altkommunist Corbyn Englands PM . Völlig irre also!

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