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Kommentar Nicht der Hybrid ist der Schwindel, sondern was Autobauer daraus machen

Hybridantriebe stehen derzeit in der Kritik. Schuld sind jedoch die Autobauer selbst, die CO2-Vorgaben jahrelang nicht ernst genommen haben.
19.10.2020 - 16:21 Uhr 1 Kommentar
Ford und BMW müssen wegen Brandgefahr bei Batterien zusammen Zehntausende Hybridfahrzeuge zurückrufen. Quelle: Ford-Werke GmbH
Ladevorgang beim Ford-Kuga-Hybrid

Ford und BMW müssen wegen Brandgefahr bei Batterien zusammen Zehntausende Hybridfahrzeuge zurückrufen.

(Foto: Ford-Werke GmbH)

Der Hybridantrieb hat es in der aktuellen Debatte nicht leicht: Politiker wie Cem Özdemir von den Grünen bezeichnen die Kaufprämie für die teilelektrifizierten Autos als „staatlich subventionierten Klimabetrug“. Denn viele Autofahrer würden ihre Fahrzeuge offenbar nicht laden, was zu einem höheren Verbrauch führt, weil die schweren Batterien vom Verbrennungsmotor mitgeschleppt werden müssen.

Für Schlagzeilen sorgt auch die Brandgefahr, die von fehlerhaft produzierten Batterien ausgeht. Ford und BMW müssen deswegen zusammen Zehntausende Hybridfahrzeuge zurückrufen. Der Eindruck, der entsteht: Die Hybridtechnologie ist eine Klima-Mogelpackung und noch dazu gefährlich. Beides jedoch stimmt nicht.

Vor allem die aktuellen Fälle bei Ford und BMW zeigen, wie unterschiedlich elektrifizierte Fahrzeuge und Autos mit Verbrennungsmotoren in der öffentlichen Wahrnehmung bewertet werden. Bestes Beispiel dafür ist Audi. Im April mussten die Ingolstädter fast 600.000 Fahrzeuge zurückrufen.

In einem Schreiben wurde Kunden empfohlen, ihr Auto doch bitte von Garagen, Parkhäusern und Carports fernzuhalten. Wegen eines fehlerhaften Startergenerators ging von den Autos Brandgefahr aus. Viele Kunden mussten mehrere Wochen mit dieser Gefahr leben, weil wegen der Coronakrise im April das Bauteil für den Umtausch nicht verfügbar war. Ein Aufschrei blieb damals aus.

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    Und dann ist da noch die weitverbreitete Auffassung, dass die Hybridtechnologie keinen umweltschonenden Beitrag leistet, weil Autobauer – vor allem deutsche – sie in schwere SUVs verbauen und Kunden die Batterien nicht laden würden.

    Verschärfung der CO2-Grenzen nicht ernst genommen

    Das Problem aber ist nicht die Technologie, sondern was die Autobauer mit ihr anstellen. Weil sie jahrelang die Verschärfung der Emissionsgrenzen nicht ernst genommen hatten, müssen Volkswagen, BMW und Daimler nun eilig ihren CO2-Flottenausstoß mithilfe der Hybridtechnologie reinwaschen.

    Die Folge: Im Gegensatz zu Toyota, das bereits seit Jahrzehnten Hybridantriebe auch in kleinere Autos verbaut und die Grenzwerte einhalten kann, stopfen deutsche Hersteller Plug-in-Hybridantriebe vor allem in Spritschleudern wie SUVs.

    Keine Schuld trifft die Autobauer aber, was das schludrige Ladeverhalten ihrer Kunden in Deutschland angeht. Nach wie vor fehlt hierzulande ein engmaschiges Ladenetz. Und egal ob Hybrid- oder Elektroauto, die Elektromobilität in einem Land entwickelt sich nur so gut wie ihre Ladeinfrastruktur – und für die muss auch die Politik sorgen.

    Mehr: Batteriebrände werfen einen Schatten auf den Hybridboom.

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    1 Kommentar zu "Kommentar: Nicht der Hybrid ist der Schwindel, sondern was Autobauer daraus machen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 1. Ich verstehe dieses ewige Ladesäulengejammere nicht. Ich höre dies auch ausschließlich von Fahrern mit Verbrennungsmotor. Dresden beispielsweise hat ca. 350 Ladesäulen. Ich habe noch nie eine Ladesäule angesteuert, die besetzt war. Ausweislich der Stromzähler kann man nachvollziehen dass lLadesäulen die seit einem dreiviertel Jahr stehen (zum Beispiel am Bahnhof Klotzsche) 150 KW, das entspricht ca. 20-30 Ladungen, abgegeben haben. Also 1x/Woche. Für die Durchreisenden sind direkt an den Autobahnabfahrten DD-Neustadt und DD- Wilder-Mann Schnelllader installiert. Ich habe seit 4 Monaten ein Elektrofahrzeug und lade ausschließlich an öffentlich zugänglichen Ladesäulen. Wer sich hiervon einen Überblick verschaffen möchte, möge sich eine Lade-App zum Beispiel von EnBW runterladen. Da kann man sich ein eigenes Bild verschaffen. Ladesäulen fallen im Stadtbild weniger deutlich auf als konventionelle Tankstellen.
      2. Die nicht näher begründete Behauptung, der Gesetzgeber sei für das Ladenetz verantwortlich finde ich geradezu abwegig. Wenn der kleine Anbieter Tesla in der Lage ist ein flächendeckendes Ladenetzwerk in ganz Europa zu etablieren (das perfekt funktioniert und auch dort habe ich nie Wartezeiten erlebt) warum sollte es nicht die großen Automobilhersteller schaffen. Oder die Versorger. Sie behaupten aber gern in Sonntagsreden das Gegenteil. Dass die Bundesregierung mit zusammengeschusterten Hybridfahrzeugen den Herstellern hier in einen Ausweg bietet ist beschämend und ein Zeichen von wem und wie Politik gemacht wird.
      3. Nach 4 Monaten Elektroauto (WLTP Reichweite 400 km) habe ich die Erfahrung, dass das Laden, jedenfalls dann wenn man nicht zu Hause laden will oder kann, einen gedanklichen und organisatorischen Mehraufwand bedeutet. Ich kann mir daher sehr gut vorstellen das dann, wenn ich diesen Aufwand nur für 30-50 km betreibe, es lästig ist. Die Erfahrungen in Deutschland, aber auch vor allem in Holland zeigen dies nachdrücklich.

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