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Kommentar Nichts ist derzeit so alt wie die neueste Mode

Die Coronakrise zeigt, dass die Lifestyle-Industrie mit ihren schnellen Zyklen übertrieben hat. Bei einigen Modefirmen findet ein Umdenken statt.
29.03.2020 - 12:01 Uhr Kommentieren
Viele Nobel-Marken haben derzeit ihre Boutiquen geschlossen. Quelle: dpa
Modebranche

Viele Nobel-Marken haben derzeit ihre Boutiquen geschlossen.

(Foto: dpa)

Es ist ein ebenso mutiger wie ungewöhnlicher Schritt, zu dem sich Benedikt Böhm entschlossen hat. Der Chef der angesagten Sportmarke Dynafit will die Sommerkollektion 2020 einfach nächstes Jahr noch einmal anbieten. So möchte der Manager den Händlern den Druck nehmen, die Shirts, Shorts und Schuhe des Outdoor-Labels aus purer Not in den nächsten Wochen zu verramschen.

Nun ist Dynafit als Bergsportspezialist ohnehin weit davon entfernt, seine Waren im Monatsrhythmus auszutauschen, so wie das bei großen Modeketten wie Zara und H&M üblich ist, aber auch bei Turnschuh-Hersteller wie Adidas, Puma und Nike. Trotzdem sollte sich die gesamte Lifestyle-Branche an den Münchnern ein Beispiel nehmen.

Denn die Coronakrise zeigt, wie gefährlich es ist, die Märkte permanent mit neuer Ware zu überfluten. Schon in normalen Zeiten benötigen die Labels Hunderte sogenannter Factory-Outlets, um schlecht verkäufliche Ware zu verramschen. Denn in den Läden kommen täglich neue Produkte an.

Nun, da praktisch alle Läden in der westlichen Welt geschlossen sind, stapelt sich die Frühjahrsmode in den Lagern und Geschäften. Dabei haben viele Kaufleute noch nicht einmal die Winterware vollständig verkauft. Als wäre das nicht schlimm genug: Die Sommerkollektion steht bereits vor der Tür. Daher beginnt in den Online-Shops eine gewaltige Rabattschlacht, um wenigstens ein paar Euro zu erlösen.

Nun ist diese Krise extrem, keine Frage. Aber Händlern und Herstellern wäre grundsätzlich geholfen, wenn sie statt auf sehr schnell drehende Ware wieder mehr auf werthaltige Artikel setzen würden. Auf Produkte, die in zwei Jahren noch aktuell sind, und nicht nur in zwei Wochen. Auf Güter, die mit jeder neuen Generation einen Mehrwert bieten. Das mag zwar kurzfristig nicht so lukrativ sein, und so mancher Kunde wäre wohl erst einmal enttäuscht. Aber es wäre ein deutlich nachhaltigeres Geschäft, weniger anfällig für Krisen und eine Segen für die Umwelt noch dazu.

Mehr: Im Einzelhandel beginnt die große Rabattschlacht

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