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Kommentar Schafft das Kleingeld ab!

Es gibt in der EU-Überlegungen, auf Ein- und Zwei-Cent-Stücke zu verzichten. Am besten wäre, alle Kupfer-Münzen abzuschaffen – sie stören in der Praxis nur.
28.01.2020 - 12:03 Uhr 4 Kommentare
Hübsches Kupfergeld – das niemand braucht. Quelle: picture alliance/dpa
Euro-Cent-Münzen

Hübsches Kupfergeld – das niemand braucht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Einige Länder wie Irland, die Niederlande und Belgien probieren es schon aus: Sie verzichten auf Ein- und Zwei-Cent-Stücke. Jetzt gibt es Überlegungen, das überall im Euro-Raum einzuführen, und auch schon erste Stimmen, die dagegen protestieren. Die eigentliche Frage aber lautet: Warum nicht gleich auf alle kupferglänzenden Stücke verzichten und zehn Cent zur kleinsten Münze erklären?

Gegen das Kleingeld spricht vor allem, dass es unpraktisch ist. Es beschwert den Geldbeutel und bremst den Zahlungsvorgang an der Kasse. Eigentlich müssten daher gerade Bargeldfreunde für die Vereinfachung sein. Denn Münzen und Scheine stehen im Wettbewerb zu anderen Zahlungsmitteln.

Seit sich auch in Deutschland kontaktloses Zahlen ausbreitet, ist Bargeld ohnehin nicht mehr das schnellste Mittel. Hinzu kommt: Die Produktion der Kleinmünzen ist relativ teuer. Und die Erfahrung zeigt, dass viele davon einfach verloren gehen.

Wenn Kleinstmünzen abgeschafft werden, wird beim Bezahlen der jeweilige Betrag einfach auf- oder abgerundet. Im Durchschnitt ändert sich dadurch nichts für den Kunden. Die meisten Menschen dürften sich gar nicht mehr daran erinnern, wann sie das letzte Mal etwas für weniger als zehn Cent gekauft haben.

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    Im Laufe der Zeit stellen sich die Geschäfte vielleicht sogar um auf volle Zehnerbeträge, dann fällt das Runden weg. Vielleicht tun sie es auch nicht, wenn ein großer Teil ohnehin nicht mehr bar bezahlt wird.

    Keine eingebaute Wertegarantie

    Münzgeld hatte ursprünglich eine eingebaute Wertgarantie, weil die Stücke aus kostbarem Metall gefertigt waren. Das ist schon lange vorbei. Nur die Kupfermünzen sind noch ungefähr durch ihre Produktionskosten gedeckt – aber zu klein, um tatsächlich zur Wertaufbewahrung zu dienen.

    Insofern sind Münzen heute, ähnlich wie Geldscheine, auch nichts anderes als ein Wertversprechen an den Besitzer. Obwohl Münzen traditionell von Staaten und nicht von Notenbanken ausgegeben werden, ist der Münzwert letztlich von der Europäischen Zentralbank (EZB) abhängig – und nicht von ihrem Materialwert.

    Wo und auf welche Weise Bargeld eingesetzt wird sollte eine praktische Frage sein. Eine mögliche komplette Abschaffung des Bargelds ist ein ganz anderes Thema. Es wird aber allenfalls dann aktuell, wenn es kaum noch jemand benutzt – und davon sind wir zumindest in Deutschland weit entfernt.

    Mehr: Lange hat die EZB Einschränkungen von Barzahlungen in einzelnen Euro-Ländern wohlwollend beurteilt. Doch inzwischen hat sich ihr Ton deutlich geändert.

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    4 Kommentare zu "Kommentar: Schafft das Kleingeld ab!"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • - Korrektur -
      "...und auch niemanden kennt, mit dem er ihn wieder für sein Obst tauschen könnte."

      Da ist mir ein Fehler unterlaufen. Es muss (ökonomisch) richtig heißen:
      " und (der Obsthändler) auch niemanden kennt, mit dem er den Blutwurst gegen ein anderes Gut zwecks Erreichung seiner individuellen Ziele / Befriedigung seiner individuellen Bedürfnisse tauschen kann."

    • - Fortsetzung -

      "Eine seiner Thesen ist, dass die Weltwirtschaft infolge der Geldpolitik der Zentralbanken (Niedrig- und Minuszinspolitik) vor einer lawinenartigen Transformation von der Geldwirtschaft zur Tauschwirtschaft stehe."
      https://de.wikipedia.org/wiki/Antal_Fekete
      Dadurch kommt es natürlich zu einer Abnahme der möglichen Tauschakte und damit zu einer Verringerung der wirtschaftlichen Tätigkeit allgemein! Und damit "erreichen" die Machthaber / Regierungen / Staaten letztendlich das genaue Geneteil dessen, was sie anstreben...

    • @ Helmut Oser

      So ganz pessimistisch würde ich es nicht sehen. Das Wunderbare am Markt ist ja gerade, dass er ungeheuer anpassungsfähig ist.
      Was ist denn Geld?? Ein ZWISCHENTAUSCHMITTEL.
      Wenn Sie beim Obsthändler Bananen kaufen wollen, haben aber zum Tausch nur (selbstgemachten) Hausmacher-Blutwurst anzubieten, dann wird der Tausch schwierig oder findet vielleicht gar nicht statt, wenn der Obsthändler z.B. Vegetarier ist oder keine Lust auf Hausmacher-Blutwurst hat und auch niemanden kennt, mit dem er ihn wieder für sein Obst tauschen könnte.
      Geld als Zwischentauschmittel erhöht dagegen die ANZAHL DER MÖGLICHEN TAUSCHAKTE.
      Und welches Geld würde sich auf einem FREIEN MARKT durchsetzen? Dasjenige GUT, das am ABSATZFÄHIGSTEN ist, das also die Anzahl der möglichen Tauschakte MAXIMIERT! Tatsächlich hatte der FREIE MARKT (und nicht Regierungen / Machthaber / "der Staat") dieses Gut (tatsächlich waren es mehrere Güter) in einem Ausleseprozess "entdeckt". Und warum war dieses Gut (genauer: diese Ware!) dasjenige mit der höchsten Absatzfähigkeit / Marktgängigkeit?? Weil es die GERINGSTE ABNAHMESEINE SEINES GRENZNUTZENS aufwies!! "Normalerweise" nimmt der GRENZNUTZEN eines Gutes nämlich mit jeder zusätzlichen Einheit ab. Nicht so aber bei MARKTGELD.
      Um FREIES MARKTGELD zu verhindern, müssen die Machthaber / Regierungen / Staaten letztendlich aber immer mehr ZWANG ausüben. Letztendlich werden sie damit aber immer scheitern, auch wenn Sie und ich möglicherweise erst einmal einen Totalitarismus miterleben müssen.
      Wie wird aber der Markt zunächst auf mehr Unfreiheit / Überwachung reagieren? Wie ich es anfangs beschrieben habe: durch ZUNAHME DES DIREKTEN TAUSCHS. Davon geht auch der vermutlich bedeutendste lebende Geldexperte Prof. Antal Fekete aus:

    • Den mafiosen Bargeldabschaffern ist kein Trick zu billig.
      Es ist eine Zangenbewegung, die mit der Abschaffung des 500 Euro-Scheins begonnen hat. Jetzt sollen alle 1, 2 5 Cent-Münzen abgeschafft werden. Und immer der gleiche dümmliche Spruch, Bargeld, hier Münzen dort Scheine sind unpraktisch. Man will mit allen Mitteln Bargeld unattraktiv machen und verteufeln. Nächster Step auf dem Weg zur Bargeldabschaffung wird dann der 200 Euro-Schein und die 10, 20 50 Cent-Münzen sein. So peu à peu verschwindet das Bargeld ohne demokratische Legimitation ganz leise still und heimlich und ohne Legimatition aus unserem Leben. Nur ohne Bargeld gibt es kein Geld mehr, sondern nur noch Kredit und Forderungen, denn alle Bankeinlagen sind nicht Eigentum sondern nur Forderungen gegen die Bank. Wenn dann der Schuldner, die Bank, pleite geht, ist die Forderung erst einmal weg. Ob der Bankenrettungsfond dann finanziell in der Lage ist einzuspringen ist zu bezweifeln, einen Rechtsanspruch auf Zahlungen aus dem Bankenrettungsfond hat der Bürger lt. BVG nicht. Dann hat man eben mal Pech gehabt, das Ersparte, die Alterssicherung usw. ist weg. Der Weg in die Diktatur ist vorgezeichnet, ein Mausklick und der unliebsame Bürger ist Mittellos. Wozu noch wegsperren von Regimegegnern oder Andersdenkenden, der dann unliebsame mittellose Bürger kann dann bestenfalls als Clochard sein Leben fristen. Diese Drohung ist wirksamer als jedes Gesetz um den Bürger zum Untertan zu degradieren.

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