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Kommentar Schmerzhaft für CDU und SPD, aber richtig: 16-Jährige sollten bei Bundestagswahlen teilnehmen können

Grünen-Chef Robert Habeck will das Wahlalter auf 16 Jahre senken. Profitieren würde vor allem seine Partei. Überfällig ist der Schritt trotzdem.
26.05.2020 - 12:51 Uhr 3 Kommentare
Die Altersgrenze für das aktive Wahlrecht wurde 1972 von 21 auf 18 Jahre gesenkt. Quelle: dpa
Wahlzettel

Die Altersgrenze für das aktive Wahlrecht wurde 1972 von 21 auf 18 Jahre gesenkt.

(Foto: dpa)

Es ist ein Versuch der Profilierung in Zeiten sinkender Umfragewerte: Robert Habeck hat sich für ein allgemeines Wahlrecht ab 16 Jahren ausgesprochen. Der Grünen-Chef begründet dies mit dem „vorbildlichen“ Verhalten der jungen Menschen in der Coronakrise. Eine Belohnung für „politische Reife“: Wie Habeck das herleitet, klingt etwas sonderbar. Die Forderung ist – ganz unabhängig von der Pandemie – dennoch richtig.

In einigen deutschen Bundesländern und Kommunen darf bereits ab 16 gewählt werden. Junge Menschen früher einzubeziehen, fördert politische Bildung und das Bewusstsein für demokratische Prozesse. Man muss die Forderungen der Fridays-For-Future-Bewegung nicht richtig finden. Sie ist jedoch ein gutes Beispiel dafür, dass junge Menschen politisch interessiert sind, womöglich mehr als frühere Generationen. Die Älteren sollten den Jüngeren mehr zutrauen und sie mitreden lassen.

Sinnvoll ist die Absenkung des Wahlalters aus noch einem Grund. Der jüngere Teil der Gesellschaft ist auch infolge des demografischen Wandels politisch unzureichend repräsentiert. Bei den Bundestagswahlen 2017 gab es eine bemerkenswerte Schieflage: 70 Prozent der Wahlberechtigten waren älter als 40. Im heutigen Bundestag sind nur 13 Prozent der Abgeordneten unter 40.

Die Gegner eines niedrigeren Wahlalters sprechen 16- und 17-Jährigen gerne pauschal die nötige Reife ab. Sie seien nicht geschäftsfähig und leicht zu beeinflussen, heißt es etwas abfällig. Diese Argumentation hinkt jedoch. Nach der Logik müsste man auch darüber nachdenken, älteren Menschen oder Demenzkranken das Wahlrecht wegzunehmen. Tatsächlich ist wohl eher der Bildungsstand entscheidend für den Umgang mit Manipulationsversuchen.

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    Bildung, Reife oder Mündigkeit können jedoch keine Kriterien für die Verleihung des Wahlrechts sein. Jungen Menschen pauschal die Einflussmöglichkeit zu verwehren und sie von der Teilhabe auszuschließen, ist ungerecht.

    Ob Verschuldung oder Klima – die Jungen müssen es später schließlich ausbaden. Einer modernen aufgeklärten Gesellschaft stünde es daher gut zu Gesicht, die Regelungen im Bundeswahlgesetz entsprechend anzupassen. Wählen ab 16 würde Wahlergebnisse mit mehr Legitimität ausstatten und die Demokratie damit stärken.

    Nicht nur bei den Grünen, auch in der SPD gibt es Sympathien für die Forderung. Ob es gelingt, das Wahlalter zu senken, ist dennoch ungewiss. Die Vorbehalte der Kritiker sind zwar mäßig begründet, aber dennoch womöglich unüberwindbar groß.

    Für die Grünen hätte die Senkung des Wahlalters großen Reiz. Bei der Europawahl holte die Partei bei Wählern zwischen 18 und 24 Jahren überragende 34 Prozent, CDU (12) und SPD (8) landeten weit dahinter. Sie dürften, wenn es im Bundestag zu einer Abstimmung käme, sich gut überlegen, ob sie den Grünen ein solches Geschenk machen.

    Mehr: Union kommt auf 38 Prozent – SPD vor Grünen.

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    3 Kommentare zu "Kommentar: Schmerzhaft für CDU und SPD, aber richtig: 16-Jährige sollten bei Bundestagswahlen teilnehmen können"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Der Kommentar hört sich nach "cherry picking" an oder nach einer Aushöhlung der Parlamente.

      Cherry picking deshalb, sollten 16 Jährige wählen und reif für die politische Gestaltung (und keine Nebensache) sein, warum nicht reif für alles andere? Stichworte: BGB, JArbSchg, JuSchG, Jugendstrafrecht, Ehe, Führerschein, Flugschein, usw. Von Alkohol und Waffen ganz abgesehen.
      Sprich: beides Hand in Hand ist in Ordnung.

      Nur, genau an diesen Punkten wird es scheitern. Mein Kind darf wählen und Verantwortung für seine Zukunft tragen, aber volle (rechtliche) Verantwortung für sich selbst tragen, darf es nicht.

      Gleiches gilt natürlich für Erwachsene, die keine eigene Verantwortung für sich übernehmen können. Dieses Fass macht keiner gerne auf, was nicht bedeutet, es ist nicht präsent. Nur muss man diesen Zustand jetzt zusätzlich auf eine Wahlrecht mit 16 Jahren übertragen? Mutet es nicht unsinnig per se an?


      Ein reines Wahlrecht für 16 Jährige mit der Begründung das Alter der Gesellschaft und damit der Politiker und deren Zielsetzungen schließt die Jugend unverhältnismäßig aus, würde folgendes im Ergebnis bedeuten: junge Menschen wählen voraussichtlich junge Menschen. Die Parteien müssten sich daher "zwangsweise" verjüngen, um Anteile zu sichern. Am Ende gar eine (offizielle oder nicht) Quote für u40 oder u30 einführen. Ausgang ungewiss. Eine Aushöhlung?

      Parteien müssen jünger werden, aber sich in kurzer Zeit mit geeigneten Kandidaten auf eine neue Wählergruppe einzustellen, wäre mit Sicherheit ein Graus für die Parteien. Es ist schon schwer geeignete Parteivorsitzende zu finden (ohne Altersbeschränkungen)....

      Jetzt bleibt der Einwand, die Jugend und ihre Ziele werden nicht adäquat im politischen Gesamtbild vertreten. Stellt sich die Frage, ob 2 Jahre später tatsächlich den ganz großen Unterschied bei ihrer
      Zukunftsgestaltung machen? Sicher in ihrer Reife, aber bei den großen politischen Veränderungen (?)



    • 16jährige sind noch unter starker Beeinflussung der überwiegend Grünen/Linken Lehrergesellschaft!

      Ein korrektes Einschätzen ihrer Handlungen und vor allem auch Weitblick fehlen völlig.

      Genau wie den meisten Grünen und Linken fehlt den 16jährigen noch jedes Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge. Erst die Erkenntnis, dass jeder Euro zuerst erarbeitet werden muß, läßt die links-grüne Traumwelt kollabieren. Auch die Tatsache, dass der Wohlstand Deutschlands auf unserer Exportindustrie basiert und diese im internationel Wettbewerb steht, schockiert viele Heranwachsende. Ein Deutschland, dass nur aus Medienberatern, Journalisten, Models, Politikern, Influencern oder sonstigen Modeberufen besteht, ist im internationalen Wettbewerb nicht überlebensfähig. Viele Forderungen (Friday for future) sind gut gemeint, doch völlig realitätsfremd und nicht realisierbar. Die Mitbewerber sind in China, Indien, mittlerer Osten, USA und Afrika und dort interessiert sich niemand für Weltverbesserer, denn dort geht es um das (wirtschaftliche) Überleben.

      Das Wahlalter gehört auf 21 Jahre erhöht und nicht für pupertierende Kinder erweitert!

    • finde ich auch richtig,dann ist unser märchenerzähler(kinderbuchautor)genau richtig.unsere 16jährigen sind heute soweit ,wie wir wahrscheinlich erst mit 30 jahren waren und haben natürlich schon sehr viel lebenserfahrung , beurteilungsvermögen und sind tagesschaumäßig voll im bilde.wenn die jugendlichen mit 16jahren beurteilen können welche partei für deutschlands bzw.europas zukunft am besten ist,können wir sie als volljährig erklären.das heißt sie sind für vergehen voll straffähig ,dürfen auto u.motorrad fahren,in die spielbank gehen,glücksspiele machen,alkohol drinken,rauchen,rechtsgeschäfte eingehen,sind selbst wählbar als bürgermeister,landrat ,oder sogar bundeskanzler? usw.usw.,oder sind sie nur als leicht beeinflussbare wähler interessant.

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