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Kommentar Spanien braucht in der Coronakrise Hilfe aus Europa

Südeuropas Wirtschaft wird schwer unter der Corona-Epidemie leiden. Ohne die Hilfe der EU kann Spanien die ökonomischen Folgen kaum schultern.
15.03.2020 - 16:43 Uhr Kommentieren
Das öffentliche Leben in Spanien kommt fast zum Erliegen - eine große Gefahr für die Wirtschaft. Quelle: dpa
Metrostation in Madrid

Das öffentliche Leben in Spanien kommt fast zum Erliegen - eine große Gefahr für die Wirtschaft.

(Foto: dpa)

Nach Italien hat nun auch Spanien im Kampf gegen das Coronavirus eine Ausgehsperre verhängt. Seit der Nacht zum Sonntag dürfen die Spanier nur noch aus dem Haus, um Lebensmittel, Medikamente oder Zeitungen zu kaufen und zur Arbeit zu gehen.

Alle Restaurants, Bars, Läden oder Shoppingcenter bleiben geschlossen. Weite Teile der spanischen Wirtschaft stehen damit still, und die ökonomischen Folgen werden verheerend sein.

Das ehemalige Krisenland Europas ist in den vergangenen Jahren zwar stärker gewachsen als der EU-Durchschnitt, hat seine Banken saniert und ist damit stabiler als Italien. Die Nachwehen der schweren Wirtschaftskrise sind in Spanien aber immer noch sichtbar: Die Arbeitslosigkeit ist mit 14 Prozent nach Griechenland die zweithöchste in Europa. Die Staatsschulden liegen auch nach dem Aufschwung noch bei 96 Prozent der Wirtschaftsleitung.

In der Corona-Pandemie ist das Land zudem besonders verwundbar. Zwölf Prozent der Wirtschaftsleistung kommen aus dem Tourismus und damit ebenjener Branche, die besonders unter dem Virusausbruch leidet.

Die spanischen Unternehmen bestehen vor allem aus Kleinstbetrieben: Über die Hälfte hat keine Angestellten, mehr als ein Viertel hat nur einen oder zwei Mitarbeiter. Müssen sie nun ihren Betrieb mehrere Wochen einstellen oder reduziert sich ihr Geschäft durch fehlende Nachfrage oder ausbleibende Zulieferteile deutlich, ist schnell ihre Existenz gefährdet.

Anders als Deutschland kann Spanien seinen Unternehmen keine Liquiditätshilfen in unbegrenztem Ausmaß anbieten – dafür fehlt das Geld im Staatshaushalt. Das Land wird deshalb auf die Hilfe der EU angewiesen sein.

Die Angst vor der Krise zeigt sich auch an den Märkten: Die Rendite für spanische Staatsanleihen verdreifachte sich in der vergangenen Woche fast auf 0,6 Prozent, auch der Risikoaufschlag im Vergleich zu deutschen Papieren stieg deutlich. Spanien läuft Gefahr, erneut in eine schwere Krise zu rutschen.

Mehr: Spanien verhängt Ausgangssperre wie Italien

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