Kommentar: BRICS-Gastgeber Südafrika steckt in einem strategischen Dilemma

Der Westen mag verärgert sein, vom Land abwenden will er sich aber nicht.
Foto: ReutersOhne Zweifel sind die BRICS-Staaten, die 40 Prozent der Weltbevölkerung und fast ein Viertel der Weltwirtschaftsleistung repräsentieren, ein mächtiger Block. Und auch die Pläne, die neben der Erweiterung um sechs Staaten unter anderem eine gemeinsame Währung in Aussicht stellen, lassen Großes vermuten.
Andererseits ist das Bündnis jenseits seiner antiwestlichen Rhetorik schon deshalb sehr fragil, weil seine Mitglieder in vielen Bereichen unterschiedliche Ziele verfolgen. Und auch mit den USA will längst nicht jedes Mitglied brechen. Wie zerrissen und heterogen das Bündnis ist, zeigt das Beispiel Südafrika.
Abgesehen von seinem modernen Finanzsystem hat das Land am Kap in quasi keinem anderen Punkt Anspruch auf eine Mitgliedschaft. Seit Jahren hat es nicht nur extrem niedrige Wachstumsraten von kaum einem Prozent, sondern wird auch von massiven Stromausfällen geplagt, die einen nachhaltigen Wirtschaftsaufschwung behindern.
BRICS-Gipfel in Südafrika: Heftiger Streit mit den USA
Das BRICS-Jahrestreffen im eigenen Land und der damit verbundene Vorsitz im Staatenbund haben Südafrika nun ohne Zweifel einen starken Prestigegewinn gebracht. Wohl auch deshalb hat sich Südafrika seit Längerem auffallend deutlich vom Westen im Allgemeinen und den USA im Besonderen distanziert.