Kommentar: Wahlkampf gegen Rechts? Kamala Harris zeigt, wie es besser geht

Brandmarken, Brandmauern ziehen und auf Besserung bei der nächsten Wahl hoffen – die Strategie der demokratischen Parteien für den Umgang mit der AfD beschränkte sich bisher auf diese Bausteine. Die wichtigste Lehre aus den Landtagswahlen in Ostdeutschland ist, dass es so nicht weitergehen kann.
Fast jeder dritte Wähler in Thüringen und fast jeder dritte Wähler in Sachsen hat für die Partei gestimmt, die der Verfassungsschutz als rechtsextrem einstuft. „Die rechtsextreme Ausrichtung der AfD“ habe „keine abschreckende Wirkung mehr“, stellt Populismusforscher Marcel Lewandowsky treffend fest.
AfD-Wähler beeindruckt es nicht, wenn die Vertreter anderer Parteien die AfD als antidemokratisch ächten und vor der Rückkehr des deutschen Faschismus warnen. Die Partei macht keine Anstalten, moderater zu werden – und wird dafür mit Stimmgewinnen belohnt. Björn Höcke, der starke Mann der AfD, schlägt einen dezidiert anderen Kurs ein, als es rechtspopulistische Kräfte in Italien oder Frankreich getan haben. Je näher er der Macht kommt, desto radikaler tritt er auf.