Kommentar: Zu viele Deutsche ruhen sich auf ihrem Reichtum aus

Die Deutschen sind ein reiches Volk – aber sie machen zu wenig aus ihrem Geld. Im abgelaufenen Jahr ist ihr Geldvermögen nach Schätzungen der DZ Bank auf zehn Billionen Euro gestiegen. Im Durchschnitt besitzt also jeder Bürger rund 120.000 Euro, Immobilieneigentum nicht berücksichtigt.
Der ermittelte Vermögenszuwachs von 6,3 Prozent auf Jahressicht klingt erst mal stattlich. Doch er kommt in erster Linie dadurch zustande, dass die Deutschen ein Zehntel ihrer Einkünfte sparen. Der deutsche Leitindex Dax hat das Börsenjahr 2025 mit einem Plus von 23 Prozent abgeschlossen und bereits neue Rekorde erklommen. Vor diesem Hintergrund ist das Vermögensplus karg.
Gerade mal schätzungsweise ein Viertel der Rücklagen steckt in Fonds und Aktien. Rechnet man Immobilienvermögen mit ein, ist der Anteil noch viel geringer. Das ist selbst bei Prinzipien konservativer Geldanlage mickrig. Zumal mehr als ein Drittel des Vermögens kaum oder gar nicht verzinst auf Giro- und Sparkonten dahinvegetiert.
Das Ergebnis ist eine schleichende Geldentwertung. Die Inflation lag zwar 2025 laut Statistischem Bundesamt bei nur noch 2,3 Prozent. Dennoch verliert das Vermögen vieler Deutscher real – also nach Abzug der Inflation – an Wert, weil die meisten Banken und Sparkassen geringere Zinsen aufs Ersparte zahlen.