Kommentar: Zur Sache, Schätzchen!

Weltfrauentag! Das klingt groß – und es ist auch groß. Wer wollte es den Frauen verdenken, dass sie sich in diesen Tagen vor allem über ihre Netzwerke feiern? Denn der Einfluss in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft wächst. Bei aller Feierlaune sollten sie aber nicht vergessen: Es gibt noch viel zu tun in Sachen Emanzipation.
Ja, es sind mehr Frauen als jemals zuvor in den Führungsetagen der deutschen Wirtschaft angekommen. Rund jeder dritte Dax-Vorstand und -Kontrolleur ist inzwischen eine Frau. Doch international hinken wir hinterher, strukturell und gefühlt ist zu vieles noch beim Alten.
Das Ehegattensplitting gehört abgeschafft, das Betreuungs- und Bildungssystem modernisiert, der Gender-Pay-Gap, also die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern, geschlossen, und Kinder sollten endlich keine reine Frauenangelegenheit mehr sein, was sie in großen Teilen immer noch sind, sondern eine gesamtgesellschaftliche.
Jetzt mögen vielleicht einige von Ihnen einwenden, es habe sich auch strukturell und kulturell schon sehr viel getan. Das stimmt auch. Der Frauenquote haben wir es zu verdanken, dass wir inzwischen rund 30 Prozent Frauen in den Führungsetagen der Dax-Konzerne haben.