Morning Briefing: Habeck und Lindner im Fegefeuer der Eitelkeiten
Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,
an diesen Tagen der Sticheleien zwischen Grünen und FDP möchte man ihnen zurufen wie der Bundessänger Udo Lindenberg seiner einstigen Geliebten im Lied „Cello“: „Komm, pack das Ding doch nochmal aus / Und spiel so schön wie früher.“ Man erinnere sich also an die schönen Vierer-Selfies aus den Vorsondierungen der Ampelkoalition, den Charme des politischen Start-ups und an die Sprüche von der „historisch besonderen Situation“ (Robert Habeck) und dem „neuen Aufbruch“ (Christian Lindner). Das alles war wohlgemerkt vor Wladimir Putins Kriegserklärung.
Statt eine möglichst starke einheitliche Antwort zu geben, verliert man sich im Fegefeuer der Eitelkeiten. Aktuell fordert der FDP-Chef den früheren Grünen-Chef auf, endlich die Verstromung aus Gas zu beenden und Atommeiler länger laufen zu lassen, während Habecks Wirtschaftsministerium kontert, ein völliger Verzicht auf Gas im Stromsektor führe zur Stromkrise und zu Blackouts.
So geht das fast täglich. Übrigens kann völliger Verzicht auf Regierungskunst in politischen Notlagen auch zu Blackouts führen, zum Beispiel im Verhältnis zu den Wählern.