Lucid: So will das Elektroauto-Start-up aus der Nische kommen
Newark, Düsseldorf. Es gibt da eine alte Straße im kalifornischen Newark, die Quarry Road. Sie ist Überbleibsel eines Brückenbaus über die Bay und liegt, eingeklemmt zwischen staubigem Farmland und dem Highway 84, meist verlassen da. Manchmal aber wird sie, ohne dass es offiziell jemand weiß, zur Rennstrecke.
Und so stoppt an einem heißen Oktobermittag auf eben dieser Straße ein weinroter Air Sapphire, das Flaggschiff des Elektroauto-Start-ups Lucid. „Festhalten“, warnt Testfahrer John. Dann drückt er das Gaspedal durch, löst die Bremse – und beschleunigt die 1251 PS starke Maschine in vier Sekunden von null auf 200 Stundenkilometer. Der Schub presst den Beifahrer tief in die Ledersitze, aber der Sapphire liegt sicher auf der Straße – und könnte weiter beschleunigen. „Wir müssen nur mit den Reifen aufpassen“, sagt John.
Ganz legal ist das nicht: Eigentlich ist auf kalifornischen Straßen bei 105 Stundenkilometern Schluss. Aber John beruhigt: Lucid habe einen ähnlich inoffiziellen Deal mit dem Newark Police Department wie Ferrari mit der Polizei in Maranello: Wenn die Quarry Road frei ist, „können wir beschleunigen wie auf der deutschen Autobahn“.