Opel-Sitze zu eng: Schlechte Noten für Insignia-Streifenwagen
Insignia Sports Tourer: 800 Funkstreifenwagen dieses Typs bestellte des hessische Innenministerium bei Opel in Rüsselsheim.
Foto: PressefotoDüsseldorf/Frankfurt. Wurden die neuen Opel Insignia Funkstreifenwagen für die hessische Polizei nicht richtig getestet, bevor sie geordert wurden? Diese Frage werfen aktuell der Hessische Rundfunk (HR) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) auf. Hintergrund ist eine Online-Befragung von 450 Polizisten zur Zufriedenheit mit ihren Dienstwagen.
Laut Aussage von Lothar Hölzgen, stellvertretender Vorsitzender der GdP Hessen, gegenüber dem HR, nutzen viele Befragte lieber die älteren Opel Zafira-Streifenwagen. Sie kritisierten am Sports Tourer vor allem die zu engen Sitze, aber auch die schlechte Rundumsicht. Die recht sportlichen Sitze wurden offenbar nicht extra an die Bedürfnisse der Streifenpolizisten angepasst, die mit Pistole, Schlagstock, Handy, Pfefferspray und Handschellen ausgerüstet sind.
Derweil wies das hessische Innenministerium den Vorwurf zurück, der Insignia sei nicht ausreichend getestet worden. Das Land hatte Ende 2010 mit Opel einen Rahmenvertrag über die Lieferung von bis zu 800 Polizeiwagen des Typs "Insignia Sports Tourer" im Gesamtwert von rund 25 Millionen Euro geschlossen. Bisher wurden 200 Fahrzeuge geliefert.
Hersteller Opel teilte mit, in ihrer Ausschreibung habe die hessische Polizei nach vorhergehendem Test sogar explizit die AGR-Sitze für den Opel Insignia gefordert, die über eine stärker konturierte, sportliche Sitzfläche verfügen. Die Rundumsicht, so heißt es aus Rüsselsheim, sei nicht durch das Fahrzeug selbst, sondern durch die strengen Vorgaben der Polizei bezüglich der notwendigen Sondereinbauten im Gepäckraumbereich eingeschränkt.