Westfalia-Klassiker jetzt auf Crafter-Basis: Die Rückkehr des Sven Hedin
Westfalia baute schon 1951 mit der „Camping Box“ einen VW-Transporter mit einer Wohneinrichtung und gilt als einer der Wegbereiter in der Reisemobil-Branche.
Foto: WestfaliaEin Reisemobil-Klassiker erlebt auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon (25. September bis 3. September) seine Wiedergeburt: Das traditionsreiche Unternehmen Westfalia, das schon 1951 mit der „Camping Box“ einen VW-Transporter mit einer Wohneinrichtung versah und als einer der Wegbereiter in der Reisemobil-Branche gilt, feiert die Premiere des Sven Hedin, ein Kastenwagen-Ausbau auf Basis des neuen VW Crafter.
Damit wird das westfälische Unternehmen aus Rheda-Wiedenbrück, das mittlerweile zur französischen Rapido-Gruppe gehört, neben dem Florida Multitalent von Schwabenmobil und dem Knaus BoxDrive den dritten Ausbau mit dem noch taufrischen VW-Nutzfahrzeug präsentieren.
Premiere feiert das Modell auf dem Düsseldorfer Caravan-Salon
Foto: Westfalia
Der in Polen produzierte Crafter ist aktuell das modernste Angebot in seinem Segment und bietet sich mit seinem Pkw-ähnlichen Cockpit, hervorragenden Fahreigenschaften sowie einem automatischen Direktschaltgetriebe (DSG) als idealer Partner für das wohnmobile Reisen geradezu an. Zumal die erstmals eingesetzte elektromechanischen Lenkung den Einsatz einer ganzen Armada von Assistenzsystemen ermöglicht, die bis dato in der Transporterwelt unbekannt waren.
Allerdings hat der Crafter auch einen Nachteil: Seine geringe Breite, die im Heckbereich gerade einmal 1,83 Meter beträgt. Ein dort quer eingebautes Doppelbett, wie es in kompakten Fahrzeugen aus Platzgründen gefragt ist, würde reichlich kurz geraten. Westfalia hat sich dazu allerdings eine Lösung einfallen lassen und auch gleich zum Patent angemeldet: ein Pop-Out.
Ein isoliertes GfK-Teil, das im Fahrbetrieb mit der Karosserie abschließt und damit weder die Fahrzeugoptik stört, noch aerodynamische Einbußen beschert, fährt im Bedarfsfall auf Knopfdruck nach außen und verlängert die Schlafkoje auf ein stattliches Längenmaß von rund zwei Metern. Innen wird der etwa ein Meter breite Platzgewinn mit einem Schaumstoffpolster gefüllt. Wird das Bett nicht mehr gebraucht, fährt der Pop-Out wieder ein und am Reisemobil ist nichts zu erkennen.
So lassen sich die Betthälften nach oben klappen oder gar völlig herausnehmen, womit sich der Sven Hedin im Alltag in ein geräumiges Transportmobil verwandelt.
Foto: Westfalia
Die Westfalen, die sich selbst gern als der „Erfinder des Reisemobils“ bezeichnen, haben aber noch andere pfiffige Lösungen parat. So lassen sich die Betthälften nach oben klappen oder gar völlig herausnehmen, womit sich der Sven Hedin im Alltag in ein geräumiges Transportmobil verwandelt. Und selbst wenn der Bettunterbau mit den Tellerfedern und die Matratze an Bord bleiben, ist genügend Stauraum für zwei Fahrräder vorhanden.
Auch wenn der Grundriss ansonsten das gewohnte Muster zeigt, wartet der Sven Hedin noch mit weiteren Besonderheiten auf. So setzt Westfalia auf eine dieselbetriebene Warmwasserheizung. Das reduziert den Brennstoffmix, und da Gas nur noch zum Kochen benötigt wird, reicht eine kleine 2,5-Kilogramm-Flasche.
Und das selbst wenn der Bettunterbau mit den Tellerfedern und die Matratze an Bord bleiben
Foto: Westfalia
Den schmalen Leichtbau-Küchenblock haben die Westfalen sogar gemeinsam mit den renommierten Zubehörherstellern Dometic und Vöhringer entwickelt. Er beherbergt einen 70 Liter fassenden Kompressor-Kühlschrank, der sich in Schubladenform Richtung Beifahrersitz öffnen lässt, was wiederum einem besseren Raumgefühl im Wohnbereich zugutekommt. Bemerkenswert auch der in dieser Klasse üppig dimensionierte Frischwassertank mit 100 Litern sowie der 84-Liter-Abwasserbehälter.
Der Sven Hedin, der Ende der 70er-Jahre auf dem Crafter-Vorgänger LT als Gegenstück zum ebenso legendären James Cook auf Mercedes-Basis auf den Markt kam, wird in der Neuauflage zunächst ausschließlich mit sechs Metern Länge und Querbettgrundriss zu Preisen ab 59.000 Euro erhältlich sein. Allein die Optionsmöglichkeiten des Basis-Fahrzeugs mit den zahlreichen Assistenzsystemen können die Endsumme allerdings noch kräftig in die Höhe treiben.