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Arbeitsmarkt IG-BCE-Chef Vassiliadis schlägt flexibleres Kurzarbeitsmodell vor

Den Gewerkschafter treibt die Sorge um, dass Unternehmen erst mit Verzögerung in die Krise rutschen. Trotzdem sollen sie von längerem Kurzarbeitergeld profitieren dürfen.
02.09.2020 - 17:05 Uhr Kommentieren
Kurzarbeit: Michael Vassiliadis schlägt flexibleres Modell vor Quelle: dpa
Gewerkschaftsboss Michael Vassiliadis

Mehr Flexibilität im Umgang mit dem Kurzarbeitergeld.

(Foto: dpa)

Berlin In der Coronakrise soll künftig bis zu 24 Monate lang Kurzarbeitergeld gezahlt werden – längstens bis Ende 2021. So hat es der Koalitionsausschuss vergangene Woche beschlossen, das entsprechende Beschäftigungssicherungsgesetz soll am 16. September verabschiedet werden.

Bis Ende 2021 ist noch eine Weile hin, aber der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Michael Vassiliadis, denkt schon weiter. „Gerade in der Industrie dauert es oft Jahre, bis sie externe Schocks komplett verdaut hat“, sagte Vassiliadis vor Journalisten in Berlin.

Das habe die Finanzkrise gezeigt, und deren volkswirtschaftliche Folgen seien fast schon „Peanuts“ im Vergleich zur Coronakrise.

Der IG-BCE-Chef fürchtet, dass exportorientierte Chemieunternehmen erst mit Verzögerung in die Krise rutschen könnten, weil sich wichtige Absatzmärkte nicht so schnell erholen wie erhofft. Das verlängerte Kurzarbeitergeld soll es aber nur für Betriebe geben, die bis Ende dieses Jahres Kurzarbeit anmelden.

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    Vassiliadis schlägt deshalb statt einer Stichtagsregelung eine „rollierende“ Lösung für das Kurzarbeitergeld vor. Innerhalb eines noch festzulegenden „Krisenzeitraums“, als Beispiel nannte er die Spanne bis Ende 2023, sollen Unternehmen dann einen Anspruch auf 24 Monate Kurzarbeitergeld haben – auch wenn sie die Hilfe erst im nächsten Jahr beantragen.

    „Wir brauchen mehr Flexibilität im Umgang mit dem Kurzarbeitergeld“, sagte Vassiliadis. Dass der Staat den Arbeitgebern weiter die kompletten Sozialbeiträge für Kurzarbeiter erstattet, hält der Gewerkschafter allerdings für nicht angemessen, weil das Modell sonst sehr teuer würde. Die geltende Ausnahmeregelung wollen die Spitzen von Union und SPD bis Mitte 2021 befristen.

    Jeder zehnte Chemiebeschäftigte in Kurzarbeit

    Nach Angaben des Bundesarbeitgeberverbands Chemie (BAVC) war im August noch jeder zehnte Beschäftigte in den Mitgliedsunternehmen in Kurzarbeit. Überdurchschnittlich stark betroffen ist die gummi- und kunststoffverarbeitende Industrie mit einem Kurzarbeiteranteil von 27 Prozent der Beschäftigten. In der Chemischen Industrie im engeren Sinne ist knapp jeder zehnte Beschäftigte in Kurzarbeit.

    „Weiterhin über fünf Millionen Kurzarbeiter bundesweit zeigen, dass dieses Instrument trägt und wir Entlassungen so weit wie möglich vermeiden können“, sagte BAVC-Präsident Kai Beckmann dem Handelsblatt. Skeptisch äußerte er sich aber zu der von Vassiliadis ins Spiel gebrachten Variante. Kurzarbeit sei kaum eine Lösung für die lange Frist.

    Man müsse sehr genau beobachten, wie sich die Zahlen weiterentwickelten und welche Kosten für Betriebe und Sozialversicherung entstünden, betonte Beckmann. „Kurzarbeit ist immer ein Investment mit ungewissem Ausgang. Ohne ein deutliches Licht am Ende des Tunnels lässt sich das nicht dauerhaft fortsetzen.“

    Das sehen die Spitzen von Union und SPD ähnlich. Sie hatten vergangene Woche beschlossen, dass die Koalition „im Lichte der weiteren Entwicklung“ der Pandemie über „weitere Anpassungs- und Verlängerungsbedarfe des Kurzarbeitergeldes bei Bedarf beraten“ werde.

    Mehr: Handelsblatt-Jahrestagung Chemie – Chemiemanager fordern neuen „Green Deal“

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