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CDU-Politiker Merz sorgt mit Aussage über Homosexualität für Kritik

In einem Interview wird Friedrich Merz nach seiner Haltung zu einem möglichen schwulen Bundeskanzler gefragt – und nimmt in seiner Antwort Bezug auf Pädophilie. Das sorgt für Kritik.
21.09.2020 - 16:38 Uhr 2 Kommentare
Missverständliche Äußerung oder gezielte Provokation? Mit seiner Antwort auf die Frage nach einem möglichen schwulen Bundeskanzler zieht der CDU-Politiker Friedrich Merz Kritik auf sich. Quelle: dpa
Friedrich Merz

Missverständliche Äußerung oder gezielte Provokation? Mit seiner Antwort auf die Frage nach einem möglichen schwulen Bundeskanzler zieht der CDU-Politiker Friedrich Merz Kritik auf sich.

(Foto: dpa)

Die Antwort von CDU-Vorsitz-Kandidat Friedrich Merz auf eine Frage nach seiner Haltung zu einem schwulen Bundeskanzler hat Kritik ausgelöst.

Merz wurde im „Bild“-Politiktalk „Die richtigen Fragen“ gefragt, ob er Vorbehalte hätte, wenn heute ein Schwuler Bundeskanzler würde. „Nein“, sagte Merz. Auf die Nachfrage, ob das für ihn völlig normal wäre, fügte er hinzu: „Über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an. Solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft - an der Stelle ist für mich allerdings eine absolute Grenze erreicht - ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.“

Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Kevin Kühnert, der sich in der Vergangenheit über seine eigene Homosexualität geäußert hatte, kritisierte am Montag auf Twitter: „So laviert jemand, der nicht kaschieren kann, dass er mit der Normalisierung des Umgangs mit Homosexualität eigentlich nichts anfangen kann.“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil kommentierte: „Friedrich möchte aus dem letzten Jahrhundert abgeholt werden.“ In der „Bild“-Zeitung fügte er später hinzu: „Da ist eine deutliche Entschuldigung fällig.“

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    Auf eine weitere Nachfrage nach dem Szenario eines schwulen Bundeskanzlers hatte Merz betont: „Überhaupt kein Thema für mich, klar.“

    Merz' Sprecher Armin Peter trat einem Twitter-Kommentar entgegen, der in den Äußerungen eine Gleichsetzung von schwul und pädophil sah. „Diese Behauptung ist bösartig und schlicht falsch“, schrieb Peter auf Twitter. „Friedrich Merz hat gesagt: „Die sexuelle Orientierung geht die Öffentlichkeit nichts an, solange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft“. Das gilt also für Heteros, Homos und alle anderen.“

    Merz selbst sagte der Zeitung „Welt“: „Ich bewerte weder in meinem Arbeitsumfeld noch in meinem Freundes- und Bekanntenkreis irgend jemanden anhand seiner sexuellen Orientierung. Das ist Privatangelegenheit. In einer liberalen Gesellschaft gibt es unterschiedliche Lebensentwürfe.“ Das betonte er auch auf Twitter.

    Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), der mit einem Mann verheiratet ist, sagte auf die Frage, was eine solche Aussage eines Parteikollegen bei ihm auslöse: „Naja, wenn die erste Assoziation bei Homosexualität Gesetzesfragen oder Pädophilie ist, dann müssen Sie eher Fragen an Friedrich Merz richten, würde ich sagen.“

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    2 Kommentare zu "CDU-Politiker: Merz sorgt mit Aussage über Homosexualität für Kritik"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Ich kann die Kritik an den Äußerungen von Friedrich Merz zur Homosexualität unter Einbeziehung des vollständigen Zitat´s nicht nachvollziehen. Hier wollen die Medien von der Darstellung als kritikwürdige Sensation profitieren. Für mich hat jeder das Recht auf seinen zufriedenen Lebensentwurf und seine/ihre "richtige sexuelle Orientierung". Aber die Bewertung bleibt mir überlassen soweit ich niemanden einenge!

    • Immer dasselbe Spiel - Personen von öffentlichem Interesse sagen etwas, 99 % sind gut oder okay, aber dann lauert man auf eine Äußerung, die man fehlinterpretieren kann, und das wird sodann von den Medien als "die" Sensation verbreitet und derjenige wird auf einmal in eine Ecke gestellt.
      Dabei ist es egal, ob in diesem Beispiel Herr Merz es tatsächlich in diesem Kontext gesagt hat.
      Wieder nur Effekthascherei anstatt vernünftige Infos in angemessenem Zusammenhang.
      Schade, dass das Handelsblatt hier mitmacht.

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