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BundeskanzlerMerz’ Reise nach Indien zeigt, wie sich die Welt neu ordnet

Der Kanzler fährt bewusst zuerst nach Indien und nicht nach China. In der schwierigen globalen Lage ist das Land ein Hoffnungsmarkt – aber nicht der leichteste Partner.Leila Al-Serori 11.01.2026 - 20:12 Uhr
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Willkommensplakat in Indien zum Besuch von Friedrich Merz. (AP Photo/Ajit Solanki) Foto: AP

Es ist die erste große Wirtschaftsreise von Bundeskanzler Friedrich Merz, die erste Reise nach Asien – und sie führt ihn nicht nach China, sondern nach Indien. Das ist kein terminlicher Zufall, sondern ein Statement. Die Reise zeigt, wie sehr sich die geopolitischen Koordinaten verschoben haben – und wie dringend Deutschland neue wirtschaftliche und strategische Partner braucht.

Die Zeiten, in denen deutsche Kanzler mit Wirtschaftsdelegationen nach China reisten und auf verlässliches Wachstum setzten, sind vorbei. Die Bundesregierung muss auf Diversifizierung setzen, und Indien ist jetzt nur folgerichtig das erste Ziel.

Indien ist die schnellstwachsende große Volkswirtschaft, die größte Demokratie der Welt. Ein zentraler Akteur im Indopazifik und ein Machtfaktor, der sich selbstbewusst in der neuen globalen Ordnung positioniert. Für die EU und Deutschland ist das Land eine enorme Chance: als Absatzmarkt, als Produktionsstandort, als Gegengewicht zur übergroßen Abhängigkeit von China.

Dabei haben sich entscheidende Faktoren zuletzt verändert. Genau wie Europa muss auch Indien damit umgehen, dass China, Russland und die USA nicht mehr nach den gleichen Regeln spielen. Die geopolitische Lage lässt beide näher zusammenrücken.

Doch Indien ist kein einfacher Partner. Premierminister Narendra Modi verfolgt vor allem eine Agenda, die Indien nützt. Sicherheitspolitisch arbeitet das Land immer noch eng mit Russland zusammen, auch Gas und Öl werden weiterhin von dort bezogen. Wer mit Delhi verhandelt, verhandelt also mit einem Staat, der seine eigenen Interessen sehr genau kennt.

Für Merz wird die Reise kein Selbstläufer. Aber sie markiert schon jetzt eine Zäsur: Sie zeigt den Beginn einer neuen deutschen Außenwirtschaftspolitik, die einer Welt Rechnung tragen muss, in der Märkte und Macht neu verteilt werden.

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